ethnografische notizen 220: AHOI 3 – kochen mit geflüchteten jugendlichen

3 Aug

Es regnet in Strömen. Als ich am Ludwig Forum ankomme, habe ich bereits nasse Füße. Ein Junge steht in der Tür der Museumsschreinerei und mustert mich, wie ich mit Taschen und Tüten über den Hof laufe. Ich grüße und gehe nach hinten in die temporäre Küche, krame unsere Einkäufe auf den großen Tisch in der Mitte. Die Messer im Schrank sind nicht sonderlich scharf, aber das hatte ich auch nicht erwartet in einer improvisierten Küche. Zwei Induktionsplatten, eine große und eine kleine Elektroplatte und ein ziemlich professioneller Ofen gibt es. Die ersten Jugendlichen treffen ein und begutachten die Zutaten auf dem Tisch. Mexikanische Mole soll es geben, gemischtes Gemüse aus dem Ofen, Korianderreis und Pickled Onions. Vegan muss es sein (für das Ordnungsamt) und irgendwie kompatibel für Menschen sehr unterschiedlicher Herkunft (für die hungrigen Jugendlichen). Eine kleine kulinarische Brücke in die Region wollen wir bauen, mit rheinischem Rübenkraut, Aachener Pflümli und Kräuterprinten.

Mole, Gemüse, Korianderreis und Pickled Onions – AHOI 3, Aachen (August 2016)

Mole, Gemüse, Korianderreis und Pickled Onions – AHOI 3, Aachen (August 2016)

„Sind Sie Koch?“, werde ich gefragt. „Nein“, antworte ich, „ich koche aber gerne.“ Für den Rest des Nachmittags bin ich „der Chef“. „Die hier ist die Chefin“, sage ich und zeige auf Christiane V., Geschäftsführerin der Region Aachen, die gerade mit dem geputzten Gemüse aus dem Waschraum kommt. „Aha“, sagt einer der Jungs, „sie ist DER GENERAL.“ Das ist zwar überhaupt nicht zutreffend, aber auch irgendwie sehr lustig. Weiterlesen

ethnografische notizen 219: diner en blanc de cologne 2016

30 Jul

Auch in diesem Jahr blieb das „Diner en Blanc“ für eine Stadt wie Köln verhältnismäßig klein. (Notiz für 2017: Als „Ovendesse en Wieß“ kommunizieren und Kölsch-Ausschank ankündigen!).

Nichtsdestotrotz entpuppte sich der Mediapark als entzückende Location; Essen, Stimmung und Wetter waren hervorragend und unten am Wasser kamen wir auch der benachbarte Pokemon-Arena nicht ins Gehege.

Die statistische Auswertung der servierten Speisen dauert noch an. Demnächst mehr auf dieser Seite …

 

 

danmark #005 – røde pølser

21 Jul
Hotdog, Århus 2016

Hotdog, Århus 2016

Die Bude in der Fußgängerzone von Århus verfügt über eine große Auswahl an Wurstsorten. Frankfurter, Pølser (rote dänische Wurst) und Medister (grobe skandinavische Bratwurst). Außerdem noch einmal alles im Speckmantel, „i svøb“ auf dänisch, was laut Übersetzungsapp „im Grabtuch“ bedeutet. Weiterlesen

Kas|sen|zet|tel 026

13 Jul

Warum Kas|sen|zet|tel? Hier!

Rema 1000, Århus 2016

Rema 1000, Århus 2016

Vor dem Frühstück laufe ich rüber zum Supermarkt. Am Rand des schmalen Bürgersteigs entlang der Nørre Allee blühen Stockrosen in verschiedenen Farben. Busse fahren mit lauten Dieselgeräuschen an mir vorbei. Am Eingang des Rema 1000 gibt es Maiskolben für fünf Kronen das Stück. Weiterlesen

danmark #004 – lakrids

9 Jul
Marcipanbrød Lakrids – Konditori Høj, Århus 2016

Marcipanbrød Lakrids – Konditori Høj, Århus 2016

„Holunderblüten, weiße Schokolade und Biscuit“, sagt die Serviererin in der Konditori Høj als sie uns Kaffee und Kuchen bringt. „Das ist der beste Kuchen, den wir haben … meiner Meinung nach … sonst hätte ich dir ja gesagt, dass du was anderes nehmen sollst.“ Weiterlesen

danmark #003 – kaffee

28 Jun
Dänischer Klassiker (unten), Århus 2016

Dänischer Klassiker (unten), Århus 2016

In der Wohnung in Århus gibt es keinen Fernseher. Das bekommen wir jedoch angesichts der laufenden EM noch mit dem Laptop überbrückt. Die fehlenden Utensilien zur Herstellung von Kaffee stellen uns jedoch vor ganz andere Herausforderungen. Weiterlesen

danmark #002 – smørrebrød

27 Jun
Kähler Spisesalon, Århus 2016

Kähler Spisesalon, Århus 2016

„Das hier ist sehr schön“, sagt die Buchhändlerin und reicht mir ein Buch mit dem Titel „Traditional Danish Open Sandwiches“. Es dauert einen Moment, bis ich verstehe, dass ein „smørrebrød“ ein „open sandwich“ ist. Weiterlesen

danmark #001

26 Jun
Würstchenbude, Århus 2016

Würstchenbude, Århus 2016

5 Gründe, warum ich mich freue, nach acht Jahren wieder in Dänemark zu sein:

  1. røde pølser – Herzstück eines jeden dänischen Hotdogs
  2. smørrebrød – Schnittchen mit festen Regeln
  3. wiener brød – heißt im Englisch interessanterweise „Danish pastry“
  4. aftenkaffe – so gegen 21.00, gerne mit einem Stück Gebäck
  5. lakrids – auch hier scheiden sich die Geister

Mehr dazu in den kommenden beiden Wochen!

Kas|sen|zet|tel 025

20 Jun

Warum Kas|sen|zet|tel? Hier!

Alnatura Nippes, Köln 2016

Alnatura Nippes, Köln 2016

Vor dem Eingang des Alnatura-Marktes sitzen Frauen auf den Betonblöcken, die Einkäufe vom naheliegenden Wochenmarkt auf dem Wilhelmplatz in gelben und weißen Plastiktüten in der Hand und warten. Daneben drei Zeugen Jehovas, die den Wachturm in der Hand gegen professionelle Werbestationen auf Rädern getauscht haben. Auch ein mittelgroßer schwarzweißer Hund wartet. Auf was, kann man in allen Fällen nicht wirklich sagen. Auf die Ehemänner, auf das Weltengericht oder vielleicht auf den nächsten Schauer. Weiterlesen

soulfood düren – #001

8 Jun

Düren. Bis zum Herbst mache ich mich auf die Suche nach den kulinarischen Vorlieben, Erinnerungen und Gewohnheiten dieser Stadt mit deutschem Durchschnitt. Zwischen Köln und Aachen, zwischen hier und da. Ungeliebte Stadt, weggebombt und Annakirmes, Underdog, Papier. Reden wir drüber, denn sprechen über Essen und Trinken heißt sprechen über das Leben, die Liebe und die Stadt …

Soulfood Düren

Düren, Juni 2016

 

6. Juni 2016 | 15.00 | Josef-Schregelstr./Arnoldsweilerstr.

In der Filiale einer Aachener Bäckerei-Kette erklärt eine junge Verkäuferin einer offensichtlich neuen Kollegin, wie bestimmte Gebäcksorten in der Theke abzulegen sind. Lang – kurz – lang – kurz. Die dritte Servicekraft platziert meine Mohntatze mit einer Zange auf einen Teller und bittet mich zur Kasse. Weiterlesen

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