ethnografische notizen 242: palermo

12 Mai
Cedri & Granita, Palermo 04/2018

Cedri & Granita, Palermo 04/2018

„Menù touristico?“ schreibt eine Bekannte leicht pikiert unter mein Foto auf Facebook. Eine Werbetafel mit gleichlautender Aufschrift, ein schnauzbärtiger Koch mit ausladender Kochmütze, rotem Halstuch und einem Holzlöffel in der Hand. „Recherche“, antworte ich, „aber nur von außen.“ Allerdings mache ich mir keine Illusionen, als Nicht-Tourist durchgehen zu können. Auch ohne kurze Hosen, Sandalen, Spiegelreflexkamera auf dem Bauch und Reiseführer in der Hand sind wir gut zu erkennen. Weiterlesen

ethnografische notizen 241: liège

12 Mrz

Ein Sonntag in Lüttich, oder vom Glück, Freunde in Belgien zu haben

„Wir essen heute Mittag in der Stadt“, sagt J. bei unserer Ankunft, „und später dann noch einmal zuhause.“ Das ist normal, denn schließlich sind wir ja in der Wallonie, wo jede Mahlzeit als sozialer Akt von Bedeutung begriffen wird und außerdem waren wir schon lange nicht mehr zu Besuch. „Dazwischen schauen wir uns eine Ausstellung an.“ Nach dem Kaffee spazieren wir los, die steile Rue pierreuse hinunter, über die Place du Marché bis runter zur La Batte, dem großen Wochenmarkt. „Neu“, denke ich, während wir durch die Neuvice laufen, „auch neu. Ebenfalls neu.“ Es hat sich eine Menge getan seid unserem letzten Besuch. Es gibt einen verpackungsfreier Lebensmittelladen namens l’Entre-Pot, einen anderen für lokal produziertes Obst und Gemüse (Les petits producteurs) und eine Handvoll hipper Cafés und Restaurants. Weiterlesen

ethnografische notizen 240: wien 4/5

2 Jan

Wien zeichnet sich durch ein beharrliches Festhalten an Traditionen aus, durch eine Lust an komplizierten Ritualen und eine gewisse Skepsis gegenüber kulinarischer Innovation. Kurz: Eine ganze Stadt tut so, als wären die letzten 100 Jahre nicht passiert. Das zeigt sich ganz besonders in den kulinarischen Konventionen und Gepflogenheiten …

Punschkrapfen im Cafe Prousek/Aida, Wien – 12/2017

Punschkrapfen im Cafe Prousek/Aida, Wien – 12/2017

Punschkrapfen stehen auf dem digitalen Zettel, auf dem ich im Smartphone vor der Reise Empfehlungen aus allen Richtungen gesammelt habe. Aber auch die Tische in den Kaffeehäusern sind nicht wesentlich einfacher zu ergattern als die für das Abendessen. Im Prückel ist alles voll. Im Prousek, einem kleinen zweckmäßigen Café – augenscheinlich aus den späten 1950er Jahren und ohne jegliche Grandezza – finden sich zwei kleine Tische, die wir zusammenschieben nachdem die dort pausierende Schulklasse sich mit entsprechendem Getöse verabschiedet hat. Weiterlesen

ethnografische notizen 240: wien 3/5

29 Dez

Wien zeichnet sich durch ein beharrliches Festhalten an Traditionen aus, durch eine Lust an komplizierten Ritualen und eine gewisse Skepsis gegenüber kulinarischer Innovation. Kurz: Eine ganze Stadt tut so, als wären die letzten 100 Jahre nicht passiert. Das zeigt sich ganz besonders in den kulinarischen Konventionen und Gepflogenheiten …

Kalbsbeuscherl mit Serviettenknödel, Gasthaus Wild - 12/2017

Kalbsbeuscherl mit Serviettenknödel, Gasthaus Wild – 12/2017

Nach diversen erfolglosen Telefonaten bekommen wir einen Tisch in einem Gasthaus am Radetzkyplatz, unweit unserer Wohnung. Eine Empfehlung unseres Vermieters. Weiterlesen

ethnografische notizen 240: wien 2/5

28 Dez

Wien zeichnet sich durch ein beharrliches Festhalten an Traditionen aus, durch eine Lust an komplizierten Ritualen und eine gewisse Skepsis gegenüber kulinarischer Innovation. Kurz: Eine ganze Stadt tut so, als wären die letzten 100 Jahre nicht passiert. Das zeigt sich ganz besonders in den kulinarischen Konventionen und Gepflogenheiten …

Café Diglas

Gulaschsuppe, Café Diglas, Wien -12/2017

Gulaschsuppe, Café Diglas, Wien -12/2017

1/8 gelber Muskateller | Gulaschsuppe mit Schwarzbrot | verlängerter Schwarzer Weiterlesen