soulfood düren – #005

22 Nov

Düren. Ich mache mich auf die Suche nach den kulinarischen Vorlieben, Erinnerungen und Gewohnheiten dieser Stadt mit deutschem Durchschnitt. Zwischen Köln und Aachen, zwischen hier und da. Ungeliebte Stadt, weggebombt und Annakirmes, Underdog, Papier. Reden wir drüber, denn sprechen über Essen und Trinken heißt sprechen über das Leben, die Liebe und die Stadt …

Bonjour Vietnam, Düren, November 2016

Bonjour Vietnam, Düren, November 2016

Bonjour Vietnam

Auf meine Anfrage im Facebook-Forum „Düren, unsere Stadt“, bekomme ich den neuen Vietnamesen in der Zehnthofstraße ans Herz gelegt. „Unbedingt empfehlenswert“, schreibt D., „authentische Küche, guter Service. Eine Bereicherung für Düren.“ „Was gab’s denn beim letzten Besuch?“, frage ich zurück. Prompt folgen zwei appetitliche Fotos. „Unbedingt den vietnamesischen Kaffee zum Abschluss.“ „Und die Suppe als Vorspeise“, ergänzt M. mit einem eigenen Bild. Weiterlesen

ethnografische notizen 222: muschelessen

18 Nov
Oh les belles moules, Muschelabend in der Vincaillerie, Köln, November 2016

Oh les belles moules, Muschelabend in der Vincaillerie, Köln, November 2016

Wir sind früh dran in Ehrenfeld und somit die ersten. Von der Venloer biegen wir in die Leostraße. Vor der Vincaillerie, in der heute ein experimentelles Miesmuschel-Dinner mit Weinbegleitung stattfindet, sitzen Leute auf dem Fensterbrett. In der Dämmerung kann ich nichts genaues erkennen. Weiterlesen

soulfood düren – #004

25 Okt

Düren. Ich mache mich auf die Suche nach den kulinarischen Vorlieben, Erinnerungen und Gewohnheiten dieser Stadt mit deutschem Durchschnitt. Zwischen Köln und Aachen, zwischen hier und da. Ungeliebte Stadt, weggebombt und Annakirmes, Underdog, Papier. Reden wir drüber, denn sprechen über Essen und Trinken heißt sprechen über das Leben, die Liebe und die Stadt …

Café an St. Anna, Düren, Oktober 2016

Café an St. Anna, Düren, Oktober 2016

Café an St. Anna

Ein paar Jugendliche spielen Fußball am Haus der Stadt. Mit voller Kraft und nicht ohne Talent schießen sie den Ball gegen die Backsteinmauer. Zwei von ihnen gehen vor mir durch die Bahnunterführung. Schwarze Lederjacken, Trainingshosen, die Sporttaschen lässig über die Schulter gehängt. „Du hast mein Vertrauen so derbe gefickt, Alter“, sagt der größere von beiden zu seinem Kumpel. Weiterlesen

soulfood düren – #003

14 Okt

Düren. Ich mache mich auf die Suche nach den kulinarischen Vorlieben, Erinnerungen und Gewohnheiten dieser Stadt mit deutschem Durchschnitt. Zwischen Köln und Aachen, zwischen hier und da. Ungeliebte Stadt, weggebombt und Annakirmes, Underdog, Papier. Reden wir drüber, denn sprechen über Essen und Trinken heißt sprechen über das Leben, die Liebe und die Stadt …

13.10.2016

In der Facebook-Gruppe „Düren, unsere Stadt“ poste ich morgens die Frage nach der kulinarischen Identität der Stadt. „Bin für jeden Tipp dankbar“, schreibe ich und hoffe, dass es vielleicht jemanden gibt, der am Donnerstagmorgen die Zeit findet, mir zu antworten. Als ich mich am Abend verabschiede, bin ich im Besitz eines riesigen Pakets von Empfehlungen, Hinweisen, Telefonnummern und Namen. „Da sage nochmal jemand, in Düren wäre nix los!“ Weiterlesen

soulfood düren – #002

10 Okt

Düren. Ich mache mich auf die Suche nach den kulinarischen Vorlieben, Erinnerungen und Gewohnheiten dieser Stadt mit deutschem Durchschnitt. Zwischen Köln und Aachen, zwischen hier und da. Ungeliebte Stadt, weggebombt und Annakirmes, Underdog, Papier. Reden wir drüber, denn sprechen über Essen und Trinken heißt sprechen über das Leben, die Liebe und die Stadt …

Restaurant Mongol Hann, Düren, Oktober 2016

Restaurant Mongol Hann, Düren, Oktober 2016

Mongol Hann

„Ich mach heute in Düren Mittagspause. Gib mir mal den goldenen Tipp!“, schreibe ich einer Freundin, die im Dürener Grüngürtel aufgewachsen ist. „Wie aufregend! Meine Mutter geht immer zu Mongol Hann, dem AYCE Mongolen“, schreibt sie zurück.

„Was bedeutet AYCE?“

„All you can eat J“

„Verstehe, ich dachte schon, das wäre was Türkisches.“ Weiterlesen

ethnografische notizen 221: schwarzmarkt

26 Sep

6. Schwarzmarkt | 25.09.2016 | Marieneck | Köln-Ehrenfeld 

Marieneck, September 2016

Marieneck, September 2016

Vom halbjährlichen Schwarzmarkt gibt’s diesmal keinen Erfahrungsbericht und auch kein Video, sondern eine schlichte Auflistung aller Produkte, die getauscht wurden – weil man viel zu schnell vergisst, was die anderen (und manchmal auch was man selbst) mitgebracht hat. Weiterlesen

ethnografische notizen 220: AHOI 3 – kochen mit geflüchteten jugendlichen

3 Aug

Es regnet in Strömen. Als ich am Ludwig Forum ankomme, habe ich bereits nasse Füße. Ein Junge steht in der Tür der Museumsschreinerei und mustert mich, wie ich mit Taschen und Tüten über den Hof laufe. Ich grüße und gehe nach hinten in die temporäre Küche, krame unsere Einkäufe auf den großen Tisch in der Mitte. Die Messer im Schrank sind nicht sonderlich scharf, aber das hatte ich auch nicht erwartet in einer improvisierten Küche. Zwei Induktionsplatten, eine große und eine kleine Elektroplatte und ein ziemlich professioneller Ofen gibt es. Die ersten Jugendlichen treffen ein und begutachten die Zutaten auf dem Tisch. Mexikanische Mole soll es geben, gemischtes Gemüse aus dem Ofen, Korianderreis und Pickled Onions. Vegan muss es sein (für das Ordnungsamt) und irgendwie kompatibel für Menschen sehr unterschiedlicher Herkunft (für die hungrigen Jugendlichen). Eine kleine kulinarische Brücke in die Region wollen wir bauen, mit rheinischem Rübenkraut, Aachener Pflümli und Kräuterprinten.

Mole, Gemüse, Korianderreis und Pickled Onions – AHOI 3, Aachen (August 2016)

Mole, Gemüse, Korianderreis und Pickled Onions – AHOI 3, Aachen (August 2016)

„Sind Sie Koch?“, werde ich gefragt. „Nein“, antworte ich, „ich koche aber gerne.“ Für den Rest des Nachmittags bin ich „der Chef“. „Die hier ist die Chefin“, sage ich und zeige auf Christiane V., Geschäftsführerin der Region Aachen, die gerade mit dem geputzten Gemüse aus dem Waschraum kommt. „Aha“, sagt einer der Jungs, „sie ist DER GENERAL.“ Das ist zwar überhaupt nicht zutreffend, aber auch irgendwie sehr lustig. Weiterlesen

ethnografische notizen 219: diner en blanc de cologne 2016

30 Jul

Auch in diesem Jahr blieb das „Diner en Blanc“ für eine Stadt wie Köln verhältnismäßig klein. (Notiz für 2017: Als „Ovendesse en Wieß“ kommunizieren und Kölsch-Ausschank ankündigen!).

Nichtsdestotrotz entpuppte sich der Mediapark als entzückende Location; Essen, Stimmung und Wetter waren hervorragend und unten am Wasser kamen wir auch der benachbarte Pokemon-Arena nicht ins Gehege.

Die statistische Auswertung der servierten Speisen dauert noch an. Demnächst mehr auf dieser Seite …

 

 

danmark #005 – røde pølser

21 Jul
Hotdog, Århus 2016

Hotdog, Århus 2016

Die Bude in der Fußgängerzone von Århus verfügt über eine große Auswahl an Wurstsorten. Frankfurter, Pølser (rote dänische Wurst) und Medister (grobe skandinavische Bratwurst). Außerdem noch einmal alles im Speckmantel, „i svøb“ auf dänisch, was laut Übersetzungsapp „im Grabtuch“ bedeutet. Weiterlesen

Kas|sen|zet|tel 026

13 Jul

Warum Kas|sen|zet|tel? Hier!

Rema 1000, Århus 2016

Rema 1000, Århus 2016

Vor dem Frühstück laufe ich rüber zum Supermarkt. Am Rand des schmalen Bürgersteigs entlang der Nørre Allee blühen Stockrosen in verschiedenen Farben. Busse fahren mit lauten Dieselgeräuschen an mir vorbei. Am Eingang des Rema 1000 gibt es Maiskolben für fünf Kronen das Stück. Weiterlesen