La France en Pâtisserie – Handwerk

Ich werde mitunter gefragt, warum das Buch 30 Euro kostet und warum wir nicht günstiger im Internet drucken.
Wir haben uns ganz bewusst für eine Zusammenarbeit mit der Druckerei Erdtmann aus Herzogenrath bei Aachen entschieden. Dort führen die Schwester Stephanie Köhler und Kirsten Erdtmann einen handwerklichen Betrieb in zweiter Generation und schaffen Dinge, von denen Internetdruckereien nur träumen können.

Ein paar Fragen an Stephanie Köhler …

Stephanie Köhler und Kirsten Erdtmann von der Druckerei Erdtmann in Herzogenrath (Foto: privat)

Was für eine Druckerei ist das eigentlich?

Wir sind ein klassischer Familienbetrieb mit zehn Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Mein Vater hat früher als Angestellter gearbeitet und den Betrieb parallel aufgebaut. Angefangen in der Garage und mit der Dunkelkammer im Gäste-WC hat er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt als der Kundenstamm größer wurde. Der Betrieb ist gewachsen, zwar nicht schnell, aber nachhaltig. 2011 haben wir Töchter die Druckerei übernommen. Das war mitten in der Wende der Branche, hin zu den Online-Druckereien. 

Was sind Ihre Schwerpunkte?

Wir sind sehr breit aufgestellt. Die Kombination von Digital- und Offsetdruck ist gut für uns, weil wir somit sowohl kleine als auch große Auflagen optimal bedienen können. Dadurch sind wir flexibel und drucken von der Visitenkarte bis zum Buch in jeder Auflage. Wir drucken beispielsweise Bücher für Künstler oder Fahrpläne, Broschüren, Flyer, Handbücher und so weiter für Industrieunternehmen.

Wie funktioniert die Aufgabenteilung unter Schwestern?

Wir haben uns schon immer sehr gut ergänzt. Ich habe zunächst Steuerfachgehilfin gelernt und dann im elterlichen Betrieb meine zweite Ausbildung zur Schriftsetzerin gemacht. Meine Schwester ist Verlagskauffrau. Sie kümmert sich hauptsächlich um die Buchhaltung und die Logistik, also darum, wie die fertigen Aufträge zu den Kunden kommen. Ich bin für Angebote da, für die Rechnungsabwicklung und die Kundenbetreuung. Wir beide beraten bezüglich Papierwahl und überlegen, wie die Wünsche der Kunden umzusetzen und zu realisieren sind.

Was können Sie, was eine Internetdruckerei nicht kann?

Mal abgesehen von Corona kann man uns anfassen. Mit uns kann man immer reden, das ist das Allerwichtigste. Wir sind ALLE ausgebildete Fachkräfte, beraten unsere Kunden, sind immer kompromissbereit, flexibel, suchen nach Lösungen und sind zuverlässig. Und wenn es mal sein muss, stehen wir für unsere Fehler ein.

Wie wird das Buch LA FRANCE EN PÂTISSERIE bei Ihnen produziert?

Das Buch werden wir aufgrund der Auflage im klassischen Offset-Verfahren drucken. Dafür erstellen wir erst einmal Druckplatten. Das ist eine ganz andere Technik als im Digitaldruck. Hier wird richtig mit Farbe gearbeitet, die ins Papier einzieht und dadurch eine ganz besondere Anmutung erhält. Das Verfahren ist aufwändiger. Die Farbe muss bei jedem Druckbogen eingerichtet und immer gleichmäßig gehalten werden. Ein anspruchsvolles Handwerk und wir sind froh und stolz, dass wir dafür die nötigen Fachkräfte noch haben.

Und wie geht’s nach dem Druck weiter?

Da es um ein Hardcoverbuch mit Fadenbindung geht, müssen die Druckbögen danach zu einer Industrie-Buchbinderei. Davon gibt es leider nicht mehr viele. Das ist ein anderer Beruf, darum geben wir die Bücher an unseren zuverlässigen Fachmann in Darmstadt. In unserer Nähe gibt es leider keine Buchbinderei mehr, die Hardcover industriell fertigen kann. Es ist eine fast aussterbende Tätigkeit.

Letzte Frage. Wie läuft’s in der Pandemie?

Der März ging eigentlich noch gut, aber April, Mai und Juni waren schon schwierig. Da hatten wir schon Umsatzeinbußen, die sich jetzt wieder einigermaßen reguliert haben. Die Vorweihnachtszeit ist für unsere Branche die Hauptgeschäftszeit, da brummt es normalerweise. Aber es ist trotzdem diesmal nicht das, was beispielsweise im letzten Jahr an Umsatz reingekommen ist. Es geht, aber die Monate zwischendurch waren nicht ganz einfach. Wir sind aber froh, dass wir arbeiten können und auch dürfen.

LA FRANCE EN PÂTISSERIE
Hardcover mit Fadenbindung, blaues und rotes Lesezeichen, blaues Kapitalband
22 x 28 cm, 100 Seiten gesamt
130 gr. Arctic Volume white
Vor- und Nachsatz durchgefärbtes Naturpapier
auf 2mm Graupappe aufgezogenene Buchdecke

Hier geht’s zum Crowdfunding …

La France en Pâtisserie – Leseprobe

Französischklausur auf Umweltpapier, Dezember 1993

Französisch war in der Schule nicht unbedingt meine Stärke. „Sehr leistungsmindernd“, so heißt es in der abschließenden Bewertung einer Klausur aus dem Jahr 1993, „wirken in diesem Teil die vielen sprachlichen Fehler. Wegen der sprachlichen Fehler ist die Gesamtleistung nur: Ausreichend (+)“

Das ist vermutlich auch der Grund, warum ich den Ausdruck „die Katze im Sack kaufen“ erst nachschlagen muss. „Acheter chat en poche“, so sagen die Nachbar*innen und das Tier sitzt hier, vraiement plus élégant, nicht im Sack, sondern in einer Tasche oder Tüte. Aber worin auch immer, nobody has to buy a pig in a poke.

Weshalb wir euch eine schöne Leseprobe zusammengestellt haben, inklusive Übersichtskarte, Rezept & Fotografie für die Canéles de Bordeaux, einer Reportage aus dem wunderschönen Banyuls (ganz hintendurch an der französisch-spanischen Grenze) und einem interessanten historischen Exkurs zum Thema Orangenblüte.

Hier geht’s zum Download …

Und hier geht’s zum Projekt: https://www.startnext.com/la-france-en-patisserie

La France en Pâtisserie – Gastbeitrag von Monika Koch

Kommunikationsdesignerin Monika Koch (rechts) und Madeleines de Commercy (links)
(Fotos: Jennifer Braun & Stefan G. Louis)

Ich bin ja erst nach dem Backen und Fotografieren dazu gestoßen. Aber ich mag es, so in ein Projekt rein zu stürzen. Ich muss nicht immer von Anfang an mitarbeiten und finde es gut, wenn andere sich Gedanken gemacht haben. Da kann ich mir dann was rauspicken und damit weiterarbeiten.

Die Texte von Johannes kenne ich ja schon lange. Die Geschichte der Ersatzreise ist schön und Jennys Fotos geben unheimlich viel her. Da hatte ich direkt eine Farbwelt im Kopf und eine bestimmte Art von Typografie. Ich habe mich für eine serifenbetonte Schrift entschieden, mit einem leicht französischen Touch. Die darf schon Drama haben.

Ich habe die geometrische Konzeption der Fotos wieder aufgegriffen und in ein Muster gepackt, das im Hintergrund liegt. Zusammen mit der Schrift und dem leicht gebrochenen Aufbau – auch in den Bildern ist ja immer ein gewisser Bruch drin, ein Stückchen Vergänglichkeit – ist ein nicht ganz braves Layout entstanden.

Viele Auftraggeber haben Angst, so etwas mal auszuprobieren. Es ist ja immer noch eine klassische Gestaltung, aber man befürchtet, damit anzuecken. Am liebsten muss alles so sein wie immer und man reizt gar nicht aus, was an Ausdruck eigentlich möglich ist. Das ist natürlich anders, wenn ich kein regulärer Dienstleister bin.

Ich mag ganz besonders diese erste Brutphase, in der man nach Stilelementen sucht und überlegt, was passen könnte. Ich habe mir viel französische Werbung aus den 1970ern angeguckt. Am Anfang ist das nicht immer direkt zielführend, man verliert sich und sieht vielleicht auch viel Unnützes und Schräges, aber man nimmt die Dinge anders wahr.Eigentlich esse ich aber gar nicht so gerne Gebäck, ich mag viel lieber den Teig. Der Teig der Vanillekipferl meiner Oma, das ist mein Lieblingsgebäck.

Monika Koch studierte Kommunikationsdesignerin in Trier und Aachen. Obwohl Selbstständigkeit nie auf dem Zettel stand, betreibt sie seit 20 Jahren mit ihrem Kollegen Stefan Louis das büro G29, das sich auf die Entwicklung von Corporate Design spezialisiert hat und vor allem im Printbereich tätig ist.

Hier gehts zum Projekt: https://www.startnext.com/la-france-en-patisserie

La France en Pâtisserie – Gastbeitrag von Jennifer Braun

Foodfotografin Jennifer Braun (links) und Canéles de Bordeaux (rechts)
(Fotos: Johannes J. Arens & Jennifer Braun)

Die größte Herausforderung war eigentlich die Hitze. Wir haben in den beiden Wochen fotografiert, in denen es knapp 35 Grad hatte. Mein Studio ist dann wie ein kleines Gewächshaus, dass sich noch zusätzlich aufheizt. An manchen Tagen haben wir ja auch mit Maske gearbeitet, da bin ich schon ein bisschen ins Schwitzen gekommen.

Ansonsten war das Projekt eigentlich ein großes Vergnügen. Herausforderung klingt direkt so negativ. Die ganze Freiheit, die wir hatten, ist etwas sehr Positives. Ich unterteile das Fotografieren in „richtige Arbeit“ und „Vergnügen“. Die Pâtisserie fällt definitiv in die letzte Kategorie.

Ich bin jetzt seit fast 20 Jahren Fotografin und habe mit sehr vielen Auftraggebern zu tun. Da hat man immer schon im Hinterkopf, was der Kunde denkt, was er braucht oder was ihm gefallen könnte. Das ist normalerweise auch gut, weil man dann zumeist nicht direkt daneben liegt. Aber manchmal bleiben die eigenen Vorstellungen vom Bild dadurch auf der Strecke. 

Das war hier so gar nicht der Fall, ich konnte ganz frei in alle Richtungen denken, auch wenn ich mich manchmal dabei ertappt habe, wie ich mit diesem Filter im Kopf angefangen habe.

Ich ordne gerne die Dinge auf meinen Fotos. Ich mag das, wenn sich da plötzlich eine Linie ergibt, die an anderer Stelle wieder durchbrochen wird – Bilder, die ich so konzeptionieren und bauen kann, wie das meinem ästhetischen Empfinden entspricht.

Mein Lieblingsmotiv sind die Canéles, da habe ich diese Reihung und Ordnung auf die Spitze getrieben. Die sind gleichzeitig auch mein liebstes Gebäck, weil sie das Beste aus der Oberpfalz und Frankreich zusammenbringen. Sie erinnern mich zu gleichen Teilen an zuhause, an Fettgebäck aus der Oberpfalz, aber auch an Fernweh und Reisen.

Jennifer Braun ist gelernte Werbefotografin und studierte Kommunikationsdesignerin. Sie entschied sich für das Metier, weil sie nicht zeichnen konnte, wohl aber die Bilder gestalten wollte. Sie fotografiert mehrheitlich digital, auch wenn sie gelegentlich mit der Hasselblad die Grenzen und Möglichkeiten analoger Foodfotografie austestet.

Hier gehts zum Projekt: https://www.startnext.com/la-france-en-patisserie

La France en Pâtisserie – Fragen & Antworten zum Crowdfunding

Gleichmäßige Verteilung, August 2020 (Foto: Jennifer Braun)

Weil vielleicht nicht alle wissen, was ein Crowdfunding-Projekt ist, haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst:

Was ist eigentlich Crowdfunding?

„Crowdfunding“ ist Neudeutsch für die Finanzierung eines Projekts durch viele Menschen, die als Gruppe – gemeinsam, aber ggf. ohne sich zu kennen – ein Ziel verfolgen.

In unserem Fall ist das Ziel, ein schönes Buch zu drucken.

Vorab legt man ein sogenanntes „Fundingziel“ fest, also die Summe, die man braucht, um das Projekt zu realisieren.

In unserem Fall liegt diese Summe bei 9.630,- Euro. Sie beinhaltet die Kosten für den Druck, die Verpackung und die Verschickung. Außerdem Honorare für das Crowdfunding-Video und das Lektorat. Wir, also Jennifer Braun, Monika Koch und Johannes Arens, verdienen kein Geld mit diesem Projekt. Wir machen das für Ruhm und Ehre und für das schöne Buch!

Wir nutzen das Crowdfunding, weil es im letzten halben Jahr nicht unbedingt einfacher geworden ist, ein Buchprojekt bei einem Verlag unterzubringen.

Was passiert mit dem Geld, wenn das Projekt Erfolg hat?

Wenn wir die Summe erreichen, produzieren wir das Buch in einer regionalen, echten Druckerei und schicken es euch zu. Die Auflage liegt derzeit bei 500 Stück und ist damit sehr exlusiv. Denn das Produkt geht (zumindest in dieser Runde) NICHT in die Buchläden, weil wir dafür zu klein sind. Ihr bekommt also ein einzigartiges, hochwertiges Buch, dass man ansonsten nicht kaufen kann.

Was passiert mit meinem Geld, wenn die Summe nicht erreicht wird?

Wenn wir unser finanzielles Ziel nicht erreichen, geht das Geld zurück an euch. Mit der Summe, die ihr jetzt in die Finanzierung von „La France en Pâtisserie“ steckt, geht ihr also kein finanzielles Risiko ein. Das Budget kommt nur bei uns an, wenn wir die 9.630,- Euro schaffen. Wenn nicht, werden eure Beiträge automatisch zurückgebucht.

Gebrauchsanleitung in zehn Schritten

  1. Die Projektseite im Internetbrowser öffnen: https://www.startnext.com/la-france-en-patisserie
  2. Auf den grünen Schriftzug Unterstützung klicken.
  3. Das Dankeschön (so heißen hier die Unterstützungsmöglichkeiten) an der Seite auswählen. Beispielsweise: 30,00 € Buch.
  4. Auf den grüne Schriftzug Auswählen klicken.
  5. Die Stückzahl/Menge auswählen. Sollte die Anzahl beschränkt sein, ihr aber mehrere Bücher bestellen wollt, müsst ihr dies leider in mehreren Schritten tun. Wenn ihr mögt, könnt ihr auch noch um eine freie Unterstützung aufstocken. (Startnext berechnet pro Buch noch einen Betrag von 3,50 € für die Mission von Startnext. Das ist keine Abzocke, sondern hilft, die Plattform zu ermöglichen.)
  6. Auf Zahlung klicken und entweder Kreditkarte oder Lastschrift auswählen.
  7. Adresse ausfüllen und Nutzungs- und Datenschutzbedingungen ankreuzen.
  8. Kreditkarten- oder Kontodaten ausfüllen.
  9. Grünen Schriftzug Jetzt unterstützen anklicken.
  10. Wenn ihr Profile auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. habt, könnt ihr uns außerdem noch durch das Teilen in den Netzwerken helfen.

Vielen lieben Dank!