ethnografische notizen 113: foodcamp oberpfalz (4/9) – schlachttag

Schwein im Kloster Plankstetten, November 2015

Schwein im Kloster Plankstetten, November 2015

Das mit dem Schlachten ist eine einfache Sache. Eins der Schweine wird ausgesucht. Elektrozange angesetzt. Stromstoß. Schwein fällt um und zuckt vielleicht noch ein bisschen. Einer der Hinterläufe wird an einem Haken befestigt und von einem Motor hochgezogen. Kehlschnitt. Ausbluten. Gebrüht, geflämmt. Mit geübten Handgriffen und einem sehr scharfen Messer wird die Bauchdecke geöffnete. Gedärm entnommen, Innereien aneinanderhängend an eine Art Karussell gehängt. Mit einem langstieligen Beil, nicht mit der Säge wird das Tier in zwei Hälften zerteilt und auf einer Schiene in den nächsten Raum gezogen. Soweit die Kurzfassung. Den Rest möchte ich den Lesern ersparen. Mein Unwohlsein vorab, das Staunen beim Zugucken und die Wichtigkeit, den Vorgang mal gesehen zu haben. Das kann man vielerorts lesen und muss nicht noch einmal aufgeschrieben werden. Noch einen Erfahrungsbericht braucht keiner. So authentisch sie sein mögen, die Beschreibung des finalen Moments und das da herumkreisende eigene Befinden ist immer gleich. Aber es ist das Danach – der kurze Einblick in die Verarbeitung in der Wurstküche und der Besuch des Schweinestalls im klostereigenen landwirtschaftlichen Betrieb – das meinen Horizont an diesem Vormittag recht eigentlich erweitert. Weiterlesen