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soulfood düren – #005

22 Nov

Düren. Ich mache mich auf die Suche nach den kulinarischen Vorlieben, Erinnerungen und Gewohnheiten dieser Stadt mit deutschem Durchschnitt. Zwischen Köln und Aachen, zwischen hier und da. Ungeliebte Stadt, weggebombt und Annakirmes, Underdog, Papier. Reden wir drüber, denn sprechen über Essen und Trinken heißt sprechen über das Leben, die Liebe und die Stadt …

Bonjour Vietnam, Düren, November 2016

Bonjour Vietnam, Düren, November 2016

Bonjour Vietnam

Auf meine Anfrage im Facebook-Forum „Düren, unsere Stadt“, bekomme ich den neuen Vietnamesen in der Zehnthofstraße ans Herz gelegt. „Unbedingt empfehlenswert“, schreibt D., „authentische Küche, guter Service. Eine Bereicherung für Düren.“ „Was gab’s denn beim letzten Besuch?“, frage ich zurück. Prompt folgen zwei appetitliche Fotos. „Unbedingt den vietnamesischen Kaffee zum Abschluss.“ „Und die Suppe als Vorspeise“, ergänzt M. mit einem eigenen Bild. Weiterlesen

miniportion 291: sandwich

13 Nov
Sandwichreigen im Komitee der Regionen, Brüssel 2013

Sandwichreigen im Komitee der Regionen, Brüssel 2013

Im Aachener Rathaus hängt ein schönes altes Porträt des Earl of Sandwich. In einem ordentlichen, dicken Rahmen. Im weißen Saal, da, wo man einander gegen Aufpreis die ewige Treue schwören kann. Der Earl soll nämlich zu Zeiten des Wiener Kongresses um 1815 als Diplomat in Aachen geweilt haben. Außerdem soll er ja der erste gewesen sein, der sich von seinen Bediensteten ein Stück gebratenes Fleisch zwischen zwei Brotschreiben hat legen lassen. Aus Zeitnot, weil er beim Spielen nicht unterbrochen werden wollte. Damals gab es ja noch keinen Lieferservice, noch keine Pizzakarton und noch keinen Pizzaburger, wie er derzeit von Dr. Oetker beworben wird.

Mit dem Ausdruck Sandwich verbinde ich watteweiches Brot und einen feinen mayonnaisenlastigen Aufstrich, der mit ein wenig Ei und ein bisschen Kresse auf Vordermann gebracht wird. Vermutlich der Grund, warum mir Sandwiches in meiner Kindheit unbekannt waren. Aus selbstgebackenem Vollkornbrot – womöglich sogar im Blumentopf – und Gouda lässt sich nur schwierig elegantes Fingerfood basteln. Abgesehen davon, dass es als Frevel betrachtet worden wäre, die Rinde abzuschneiden. Deshalb hieß das bei uns Butterbrot und wurde nicht auf einer Etagère sondern auf einem einfachen Holzbrett gereicht.

Sandwiches traten in mein Leben als ich einmal beim Plus ein Haushaltsgerätesortiment kaufte, das neben einem klassischen Toaster und einem Wasserkocher auch einen Sandwichtoaster beinhaltete. Man kennt das ja – zwei Weißbrotscheiben mit Käse dazwischen. Gibt es in den Niederlanden in jeder Kneipen und heißt dort „tosti“. Für uns Deutsche allerdings war das Gerät damals eine ziemliche Sensation und wir toasteten, was die Leitung hielt. Neben Gouda fanden auch Frischkäse, Thunfisch, Zwiebeln und Gurken Verwendung. Inhaltlich setzten wir uns da keine Grenzen, aber manchmal ließen wir uns aus Zeitmangel ein Spiel an den Tisch bringen.