Kas|sen|zet|tel 006


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Kassenzettel 006, Aachen 2016

Kassenzettel 006, Aachen 2016

Eine viel befahrene Ausfallstraße in den Aachener Norden. Aachens letztes Schirmgeschäft und ein paar hundert Meter weiter ein Museum für zeitgenössische Kunst in Aachens letzter Schirmfabrik. Eine KIK-Filiale, ein Kaisers mit Parkplatz, eine Videothek und eine hübsche altmodische Apotheke. Weiterlesen

ethnografische notizen 092: ein netz orangen

Blutorangen – zum Verzehr geeignet, Aachen 2013

Blutorangen – zum Verzehr geeignet, Aachen 2013

An der Bushaltestelle, vor dem Ladenlokal das seit der Schlecker-Pleite vor sich hin gammelt, steht ein Obdachloser. Langer Bart, Sommersprossen, Parka, verfilzte Wollmütze. Alter schwer zu schätzen, wie das bei Menschen mit prekärem Leben oft der Fall ist. Mitte 20, würde ich sagen. Ob ich ein bisschen Kleingeld für ihn hätte, will er wissen. Fast schüchtern. Um etwas zu essen zu kaufen. „Nein“, sage ich und gehe weiter. „Obwohl“, denke ich und drehe mich wieder um. „Ich bin auf dem Weg in den Supermarkt“, sage ich, „was willst Du haben?“. Er schaut mich entgeistert an und überlegt. Ich warte. „Da bin ich jetzt nicht drauf vorbereitet“, sagt er und ich überlege mir, wie ich die Bierbestellung abwehren kann. „Wenn es vielleicht ein bisschen mehr sein darf“, fragt er zögerlich. Ich überlege, ob ich einfach weitergehen soll. „So ein Netz Orangen wäre toll. Aber nur, wenn das nicht zu teuer ist.“ Darauf war ich nicht vorbereitet.