Tag Archives: Kölsch

ethnografische notizen 244: foodcamp cologne 02

1 Sep
Food Camp Cologne im Marieneck, 08/2018

Food Camp Cologne im Marieneck, 08/2018

E-Mail an die Teilnehmer*innen (28.08.2018)

Liebe Food Camper,

noch zwei Tage und es geht los! Vorab noch ein paar Worte zum gemeinsamen Kochen am Freitag: In den kommenden Tagen werden wir uns mit der Annahme beschäftigen, dass Köln mehr zu bieten hat als die Brauhauskarte bietet. Trotzdem sollen die kölschen Klassiker nicht fehlen. Wir haben daher Warenkörbe zusammengestellt, mit denen man theoretisch ganz traditionelle Gerichte wie Rievkoche, Himmel un Äd oder Prummetaat kochen KÖNNTE. Die Herausforderung wird aber sein, diese kölschen Signature Dishes auf ein neues Niveau zu heben. Und da seid ihr alle gefragt. (…) Alles kann, nichts muss. Hauptsache wir sind mit Spaß bei der Sache. Weiterlesen

food haul #007 – Travel Report Amberly

31 Mrz

A lot of people in Germany start their day with a BRÖTCHEN for breakfast. In some parts oft the country round shaped rolls are called KAISERBRÖTCHEN. KAISER is the German word for „emperor“. The last German emperor was dethroned almost 100 years ago. A BRÖTCHEN is best when it’s crisp on the outside and light and fluffy inside.

Some Germans also like very dark bread as well. It’s called SCHWARZBROT, which means „black bread“. The darkest kind is PUMPERNICKEL from the region of Westphalia.

Traditionally German breakfast is eaten from a wooden board, a so called FRÜHSTÜCKSBRETTCHEN. This design here reminds me of my grandmother.

Nowadays most Germans eat a warm dinner in the evening. For lunch they will probably eat a sandwich or some fries. Here we call our fries FRITTEN and we eat them with a lot of mayonnaise. On the street they are served on little white paper trays with a small fork from plastic.

Germans are very fond of soup. They usually season it with a little bit of MAGGI, which is a salty dark liquid.

Like everywhere in the world German children love candy. Gummy bears are very popular. They are called GUMMIBÄRCHEN. Here in the west carnival is a very important holiday where people dress up in funny costumes. The people in the carnival-parades throw candy – sometimes in little bags like these.

Since a lot of Turkish people are living in Germany LOKUM is a popular sweet as well.

The most popular drink among adults is beer. The local beer in Cologne is called KÖLSCH. It is served with a beer coaster from paper. The waiter uses a pencil to write down the number of glasses you had. He will bring more beer until you tell him to stop. You do this by putting the beer coaster on top of your glass.

 

miniportion 015: kölsch

5 Feb
Kölsch im Angebot, Kölner Altstadt 2011

Kölsch im Angebot, Kölner Altstadt 2011

Mein erstes Bier trank ich – Kind kulturbürgerlicher Eltern, denen gelegentlich das für Gäste gekaufte Bier im Keller schlecht wurde – erst nach meinem 16. Geburtstag. „Gesetzlich ja so vorgeschrieben“, mag man jetzt denken, ohne zu wissen, dass die Gesetze in meiner Heimat in der Nordeifel in Sachen jungendlichen Bierkonsums, nun, sagen wir „etwas weitläufiger“ ausgelegt werden. Trinken lernte man dort für gewöhnlich nicht erst bei der Bundeswehr.

Mein erstes Mal geschah auf einem Zeltplatz mit dazugehöriger Grillhütte auf halbem Wege zwischen Schule und Zuhause, auf dem wir für zwei Tage kampierten, um den Abschluss der 10. Klasse zu feiern. Die Sonne ging langsam unter, ein batteriebetriebener Kassettenrekorder spielte REMs „Loosing my religion“ in einer gefühlten Endlosschleife und hier und da wurde bereits geknutscht. Irgendwer hatte einen Kasten Pils organisiert und irgendwann hatte ich genug Cola getrunken und ausreichend Mut gesammelt, um mir eine Flasche zu nehmen. Das Bier war lauwarm und schmeckte bitter. Die Kohlensäure schoss mir durch die Nase. Den Rest des Abends verbrachte ich damit, den Inhalt der Flasche diskret in den Brennnesseln zu entsorgen, während um mich herum im wörtlichen wie im übertragenen Sinne die Lampen angingen.

Danach kam lange Zeit nichts und dann der Erstkontakt mit einem gebürtigen Kölner in einer Aachener Micro-Diskotheque. Wieder hatte ich genug von Cola und plötzlich auch ausreichend Mut, um ein gemeinsames Getränk vorzuschlagen. Die Antwort war lauwarm und bitter: „Ach, vielleicht später.“ Diesmal aber, vielleicht in einer Vorahnung der zukünftigen Bedeutung dieses Moments, schlug ich mich nicht seitwärts in die Büsche. Frei nach Loriot dachte ich: „Das muss gehen, die anderen machen das doch auch!“ und blieb stehen. Und siehe da, der Abend endete mit einem gemeinsamen Kölsch, das mir so angenehm kühl und süffig vorkam, wie kein anderes Getränk zuvor in meinem Leben. Beiden bin ich seitdem treu geblieben.

miniportion 004: altbier

25 Jan
Wegberg-Beeck, Dezember 2010

Wegberg-Beeck, Dezember 2010

„Welches Resultat bekommt man, wenn man Altbier chemisch analysiert?“, fragt Stevie K., „Das Pferd hat Zucker!“ Das auf blog.plus.de veranstaltete Gewinnspiel „Alt vs. Kölsch“ endete nach einem knappen Monat mit einem Sieg der Kölsch-Liebhaber. „Mein Esel trinkt Alt und pisst Kölsch“, befindet hingegen Krys, „Altbier ist das Bier für wahre Männer!“ Rudi vermutet die Verwendung von abgestandenem Rheinwasser bei der Herstellung von Alt und verweist auf die Lage von Düsseldorf rheinabwärts von Köln. Letzteres bezeichnet Djonzo dann als „hässliches Kapellenstädtchen“. Es finden sich aber – wenn auch nur vereinzelt – Einträge, die geradezu versöhnlich klingen. „Beide Biere haben die gleiche Brauart“, schreibt Christoph, „und das verbindet doch wieder diese beiden Biersorten. Aber ein Altbier am Abend für einen Menschen nach einem langen Arbeitstag ist doch immer noch das Beste.“

Altbier ist ohne Zweifel ein Thema, nicht nur in den Kneipen zwischen Emmerich und Rommerskirchen, Schermbeck und Niederkrüchten, sondern auch im Internet.

http://blog.plus.de/dusseldorf-vs-koeln

ethnografische notizen 008: stattgarde-kölsch

14 Nov

Köln 2010

Die StattGarde Colonia Ahoj e.V. – Kölns prominentester mehrheitlich schwuler Karnevalsverein – eröffnet mit dem Captain’s Dinner im Kölner Pullmann Hotel den öffentlichen Teil der neuen Session. Die steile Karriere des Vereins in den letzten Jahren hat deutlich gemacht, dass die Zukunft Kölner Brauchmuster im alternativen Karneval zu suchen ist. Wo andere Gesellschaften mit Bedeutungsverlust und Mitgliederschwund zu kämpfen haben, legte die StattGarde mit einer Bordkapelle aus den eigenen Reihen und vielfach ausverkauften Veranstaltungen neue Maßstäbe vor.

“Die einzigartige Mischung aus Karneval, Sitzung und Party mit “PEP” und Stil”,
steht im Kleingedruckten der Eintrittskarte der Auftaktveranstaltung, “Inklusive Welcome-Prosecco, Dinner-Snacks”. Doch während das mehr als vierstündige anspruchsvolle Programm zeigt, in welche Richtung der Karneval in der Zukunft gehen könnte, bleibt das kulinarische Angebot weit hinter dem Anspruch zurück und steht in einem starken Kontrast zur ansonsten so detaillierten und liebevollen Ausgestaltung des Abends.

Der Prosecco, zumindest dem Glas nach handelt es sich dabei um einen Sekt, wird leider nicht schon im Foyer gereicht, sondern erst mit Beginn der Veranstaltung, als die meisten Zuschauer und Zuschauerinnen schon ein anderes Getränk in der Hand halten. Und Wein und Bier verträgt sich nun mal nicht nur physiologisch, sondern auch geschmacklich nicht. Während der Wein zu den üblichen überhöhten Preisen flaschenweise serviert wird, kommt das Kölsch im Pittermännchen (zehn Liter) zu 105 Euro. Umgerechnet mit 2,10 Euro für ein 0,2-Glas nicht billig, mit dem gehobenen Anspruch des Abends im Blick aber durchaus in Ordnung. Dass hiermit die gesetzliche Vorschrift, dass das billigste verkaufte Getränk nicht alkoholhaltig sein darf, nonchalant umgangen wird (Cola/Wasser 3,80 Euro) lassen wir mal außen vor. Kölsch schmeckt nun einmal am besten frisch vom Fass und muss in diesem Fall nicht erst vom Kellner quer durch den Saal getragen werden. Das von den uniformierten Mitgliedern der Garde an die Tische gebrachte Tablett mit den angekündigten Dinner-Snacks hingegen ist – mit Verlaub gesagt – ein liebloser Haufen billiger Industrieprodukte. Leicht knatschige Mini-Röggelchen, wohl vor so langer Zeit mit dicken Scheiben Gouda belegt, dass dieser an den Seiten schon die “Fluutschen strecken”, wie mein in Köln gebürtiger Mann sagen würde. Vertrocknete Minibratwürstchen und eine undefinierbare Fischpaste in bröseligem Blätterteig. Daneben kleine Frikadellen, bei deren Genuss man den Weg aus der Plastikpackung in die Mikrowelle lebhaft vor Augen hat sowie etliche Tütchen mit Ketchup und Senf. Da beweist das Glas mit Salzstangen inmitten des Arrangements noch wenigstens ein bisschen Sinn für Humor. Abgerundet wird das Angebot mit wiederum vom Vereinspersonal à la Traumschiff mit kleinen Feuerwerken in den Saal getragenen Teller mit Berlinern, die jedoch nach Verzehr einen geradezu penetranten Geschmack nach künstlichem Fruchtaroma hinterlassen.

Das “Captain’s Dinner” wird voraussichtlich im nächsten Jahr schon lange vor dem 11. November ausverkauft sein. Zurecht!! Doch wenn die StattGarde ihrem Ruf als neuem Statthalter Kölner Traditionen gerecht werden will, dann kommt sie nicht umhin, in der kommenden Session mal ein paar Hundert Euro mehr ins kulinarische Brauchtum zu investieren – kölsche Vorlagen gäbe es mehr als genug. Die einzigartige diesjährige Kooperation mit der Sünner-Brauerei zu einem eigenen StattGarde-Kölsch ist da ein hervorragendes Beispiel. Eigentlich sollte es doch auch möglich sein, bei den Dinner-Snacks die “Konkurrenz” vor Neid erblassen zu lassen.