ethnografische notizen 273: köln in zeiten von corona

An dieser Stelle erzählen Kölner Gastronom*innen wie es ihnen gerade geht. Drei einfache Fragen und überraschend offene Antworten.

Interview mit Marlen Mager, Zur Tant

Thomas Lösche & Marlen Mager, Zur Tant, Köln (Foto: privat)

Die 36-Jährige aus Radeberg ist Restaurantleiterin im Sternerestaurant „Zur Tant“ in Porz-Langel, das sie mit ihrem Partner Thomas Lösche führt.

1. Wie war das, den Laden zuzumachen?

Schlimm, ganz schlimm. Wir wussten ja erst nicht, was passieren würde, aber wir hatten so ein Bauchgefühl. Montag haben wir hier den letzten Abendservice gemacht, das war schon ganz schön mulmig. Weiterlesen

ethnografische notizen 272: köln in zeiten von corona

Einbrand, Bonner Str., Köln, 29.03.2020

Südstadt

„Five Minutes for Future“, steht noch auf dem Fenster von der Caffé Bar am Ubierring, „trink deinen Kaffee entspannt hier.“ Das ist mittlerweile einerseits überholt, andererseits aber so aktuell wie nie zuvor. Weiterlesen

ethnografische notizen 271: köln in zeiten von corona

An dieser Stelle erzählen Kölner Gastronom*innen wie es ihnen gerade geht. Drei einfache Fragen und überraschend offene Antworten.

Interview mit Daniel Gottschlich, Ox & Klee

Daniel Gottschlich, Ox & Klee, Köln (Foto: privat)

Vor vier Jahren zog der Teilzeit-Musiker mit seinem 2010 eröffneten Betrieb in das mittlere Kranhaus im Rheinauhafen, 2019 wurde dem Restaurant der zweite Michelinstern verliehen.

 

1. Wie war das, den Laden zuzumachen?

Ich hatte aus verschiedenen Quellen schon am Samstag erfahren, dass wir wahrscheinlich am kommenden Dienstag schließen würden müssen. Da haben wir einfache eine Party draus gemacht, wir haben in der Küche und im ganzen Laden gefeiert. Das war kein Frustsaufen und auch kein Gewinnerfest Weiterlesen

ethnografische notizen 270: köln in zeiten von corona

Bay Freud, An Groß St. Martin, Köln, 25.03.2020

Altstadt

Am maiBeck, dem sprichwörtlich ersten Haus der Altstadt, wird auf dem Aushang die Schließung aller Restaurants mit dem Ziel der Eindämmung des Virus erläutert. Der Claim unter der Botschaft lautet nicht wie gewohnt „stay hungry“, sondern diesmal etwas förmlicher „Bleiben Sie gesund“. Weiterlesen

ethnografische notizen 269: köln in zeiten von corona

An dieser Stelle erzählen Kölner Gastronom*innen wie es ihnen gerade geht. Drei einfache Fragen und überraschend offene Antworten.

Interview mit Silvia Beuchert, Café Jakubowski

Silvia Beuchert, Café Jakubowski, Köln (Foto: privat)

Seit 14 Jahren führt die Initiatorin der Mülheimer Nacht das nach einem ehemaligen Hausbewohner benannte Café auf der Mülheimer Freiheit.

1. Wie war das, den Laden zuzumachen?

Wir haben die Information am Montagnachmittag bekommen, das war der 16. März – das Datum werde ich nie vergessen. Ich hatte aber am Vortag schon eine Teamsitzung einberufen, weil klar war, dass am Beginn der Woche die Entscheidung getroffen werden würde. Weiterlesen