Tag Archives: kartoffelsalat

Kas|sen|zet|tel 026

13 Jul

Warum Kas|sen|zet|tel? Hier!

Rema 1000, Århus 2016

Rema 1000, Århus 2016

Vor dem Frühstück laufe ich rüber zum Supermarkt. Am Rand des schmalen Bürgersteigs entlang der Nørre Allee blühen Stockrosen in verschiedenen Farben. Busse fahren mit lauten Dieselgeräuschen an mir vorbei. Am Eingang des Rema 1000 gibt es Maiskolben für fünf Kronen das Stück. Weiterlesen

miniportion 213: nudelsalat

23 Aug
Mediterraner Nudel- neben Kartoffelsalat, Lüttich 2013

Mediterraner Nudel- neben Kartoffelsalat, Lüttich 2013

Da das Grillen von Fleisch für gewöhnlich draußen stattfindet, wird es üblicherweise von Beilagen begleitet, die sich draußen gut präsentieren und darüber hinaus auch gut vorbereiten lassen. In Scheiben geschnittenes Stangenbrot beispielsweise, mit Kräuterbutter. Die beiden Klassiker heißen allerdings Kartoffel- und Nudelsalat. Die sind so unkompliziert vorzubereiten, dass man sie auch den engeren Freunden unter den eingeladenen Gästen aufs Auge drücken kann.

Das klassische Rezept für den Klassiker Nudelsalat findet sich selbstredend in Dr. Oetkers „Die kalte Küche“. Damals waren Nudeln noch nicht ganz so alltäglich wie heute und deshalb hieß der Nudelsalat auf Seite 54 dann auch Makkaronisalat. Hätte die deutsche Hausfrau bei der Fülle der erhältlichen Pasta damals nicht gewusst, welche Sorte sie nehmen sollte? Die Zutatenliste ist eher übersichtlich und besteht aus Makkaroni, Fleischwurst, Gewürzgurken, hartgekochte Eier und Mayonnaise. Damals mussten die Nudeln übrigens noch vor dem Kochen in handliche Stücke gebrochen werden, eine Tätigkeit, die mit dem Aufkommen sogenannter Gabelspaghetti ein Ende fand.

Von der Mayonnaise bis zur Toscana-Variante mit halbgetrockneten Kirschtomaten, gerösteten Pinienkernen und Gran Padano war es ein weiter Weg. Irgendwo in der Mitte ist das Junggesellenrezept meines Mannes anzusiedeln, bei dem ein Pfund gekochte Spaghetti mit einer Dose Thunfisch und einer Flasche Grillsoße Chili vermischt wurde. In meinen eigenen Jugendjahren war ich zuhause für die Zubereitung von Nudelsalat zuständig. Auch hier war das Rezept denkbar einfach – ich verarbeitete schlichtweg alles, was ich in der Speisekammer finden konnte. Beispielsweise Champignons und Ananas (beides aus der Dose) oder Kochschinken und Gouda. Manchmal ruft mich meine Mutter heute an, um nach meinem Rezept zu fragen. Dann erfinde ich jedes Mal etwas anderes. Geheim ist geheim.

miniportion 140: bratwurst

10 Jun
Bratwurstentsorgungsgerät in den Rheinauen, Bonn 2004

Bratwurstentsorgungsgerät in den Rheinauen, Bonn 2004

Es gibt viele schöne Sprichwörter und Redensweisen, die Bezug auf Wurst nehmen. Mit der Wurst nach der Speckseite werfen, zum Beispiel. Das sagt man, wenn jemand mit kleinem Einsatz etwas Großes erreichen möchte. Oder aber, es ginge um die Wurst – weil Wurst bis ins 20 Jahrhundert hinein im ländlichen Raum einen beliebten Preis bei Wettbewerben darstellte. Über die beiden Enden der Wurst gibt es sogar ein Lied aus dem Jahr 1986. Die Komposition hat im Original von Stephan Remmler übrigens eine gewisse bizarre Größe, während sie ein Jahr später in der Karnevalsversion von Gottlieb Wendehals zu einem bizarr großen Hit wurde. Einmal sah ich in Bonn ein Graffito, das aus folgendem Satz Bestand: „Wer anderen eine Bratwurst brät, der braucht ein Bratwurstbratgerät!“ Das fand ich sprachlich sehr beeindruckend, auch wenn sich mir der Sinn bis heute nicht erschließt. Allerdings scheint es sich dabei nur bedingt um ein Unikat zu handeln – gibt man den Satz bei Google ein, erhält man immerhin 21.700 Treffer.

Das Bratwurstbratgerät, in dem die meisten im Laufe der letzten Jahre von mir verzehrten Bratwürste zubereitet wurden, war eine ziemlich zerbeulte Pfanne der Großmutter meines Mannes. Einst war sie – die Pfanne – einmal beschichtet gewesen, doch das hatte sich im Laufe der Bratgeschichte als vollkommen überflüssig erwiesen. Nachdem das lästige Teflon endlich vollständig abgekratzt war, briet es sich unter Verwendung von ausreichend Pflanzenöl umso besser. Bratwurst gehörte zum festen Repertoire. Es wurde jeweils so viel eingekauft, dass die Pfanne mit einem fest geringelten Kringel komplett ausgelegt war. Vor allem viel Bratwurst gehörte also zum Repertoire, und zwar nicht etwa zum Mittagstisch, sondern für zuhause, zum Mitnehmen – sanft gebettet in einer riesigen mit selbstgemachten Kartoffelsalat gefüllten Emailleschüssel wartete sie schon morgens auf den geliebten Enkel.