Tag Archives: corned beef

Aus aktuellem Anlass …

16 Apr

erdogan wurst

… die Wangen aus zartestem Schinken, der gerade jetzt zur Spargelzeit der ganze Stolz einer jeden tugendhaften deutschen Hausfrau ist. Der Schnauzbart, schon zu wilhelminisch-osmanischen Zeit Ausdruck von Mut und Manneskraft, in Anerkennung der Speisevorschriften unserer Freunde aus Deutschem CornedBeef (100 % Rind) gefertigt. Last but not least, das markante Kinn aus Bierwurst – der fleischgewordenen deutschen Geselligkeit.

Möge weder ein plumpes Schmähgedicht noch ein zweifelhafter Strafantrag einen Keil zwischen uns treiben!

Hochachtungsvoll,

DIE DEUTSCHE WURST

 

PS: Unterstützen auch Sie das Handwerk! Verzichten Sie auf Supermarktware und kaufen Sie Fleisch- und Wurstwaren im Metzger_innen*-Geschäft Ihres Vertrauens.

miniportion 095: spam

26 Apr
Corned Beef an Kölner Dom (Serviervorschlag), Aachen 2013

Corned Beef an Kölner Dom (Serviervorschlag), Aachen 2013

„Facebook markiert Deine Beiträge als Spam“, schreibt Freund S. anlässlich einer Glosse zum Thema Rhabarbersaft, „eine Frechheit!“ Mit letzterem hat er Recht, achte ich doch peinlich darauf, niemanden zum Lesen zu zwingen. Aber Facebook ist auch nicht so ganz auf dem falschen Weg, den Spam kann man im wahrsten Sinne des Wortes essen.

Neulich fand ich auf der Arbeit eine Dose Spam. Das ist eigentlich nichts ungewöhnliches, denn dort, in der Mailbox oder versehentlich vielleicht auch einmal ausgedruckt, vermutet man Spam ja auch. Einladungen zum Glücksspiel, Anfragen afrikanischer Millionenerben und Angebote für Penisvergrößerungen. Unerwünschte Annäherung – man kennt das ja. Diese Dose befand sich aber nicht im Kopierraum oder auf dem Schreibtisch eines Bereichsleiters, sondern in der Teeküche. Beim der Durchsicht eines alten Schranks – während ich auf mein Teewasser wartete – entdeckte ich eine blaue Metalldose mit der Aufschrift „chopped pork and ham“. Deren Inhalt (eine Art Corned Beef) war übrigens der Namensgeber für die erwähnten digitalen Postwurfsendungen. Einerseits war ich nun sehr erfreut über diesen seltenen Fund und die Möglichkeit mit den Kollegen und Kolleginnen über dessen Herkunft zu spekulieren. Gleichzeitig aber wollte ich das Objekt ganz für mich alleine haben. Wer besitzt schon eine Dose Spam? Nun darf man, nicht als Kulturanthropologe und schon gar nicht als Angestellter eines kommunalen Zweckverbands, keine Dinge nehmen, die einem nicht gehören. Aber wem gehört schon eine Dose Corned Beef, die laut Mindesthaltbarkeitsdatum bereits 526 Tage abgelaufen ist? In diesem Fall, so entschied ich, wog das wissenschaftliche Interesse mehr als die Summe der moralischen Bedenken und nahm die Dose mit in mein Büro. An dieser Stelle sei der Ordnung halber aber darauf hingewiesen, dass, sollte sich der ordnungsgemäße Besitzer der Fleischware bei mir melden, ich diese gerne unbeschadet zurückerstatten werden.