La France en Pâtisserie – Leseprobe

Französischklausur auf Umweltpapier, Dezember 1993

Französisch war in der Schule nicht unbedingt meine Stärke. „Sehr leistungsmindernd“, so heißt es in der abschließenden Bewertung einer Klausur aus dem Jahr 1993, „wirken in diesem Teil die vielen sprachlichen Fehler. Wegen der sprachlichen Fehler ist die Gesamtleistung nur: Ausreichend (+)“

Das ist vermutlich auch der Grund, warum ich den Ausdruck „die Katze im Sack kaufen“ erst nachschlagen muss. „Acheter chat en poche“, so sagen die Nachbar*innen und das Tier sitzt hier, vraiement plus élégant, nicht im Sack, sondern in einer Tasche oder Tüte. Aber worin auch immer, nobody has to buy a pig in a poke.

Weshalb wir euch eine schöne Leseprobe zusammengestellt haben, inklusive Übersichtskarte, Rezept & Fotografie für die Canéles de Bordeaux, einer Reportage aus dem wunderschönen Banyuls (ganz hintendurch an der französisch-spanischen Grenze) und einem interessanten historischen Exkurs zum Thema Orangenblüte.

Hier geht’s zum Download …

Und hier geht’s zum Projekt: https://www.startnext.com/la-france-en-patisserie

La France en Pâtisserie – Gastbeitrag von Jennifer Braun

Foodfotografin Jennifer Braun (links) und Canéles de Bordeaux (rechts)
(Fotos: Johannes J. Arens & Jennifer Braun)

Die größte Herausforderung war eigentlich die Hitze. Wir haben in den beiden Wochen fotografiert, in denen es knapp 35 Grad hatte. Mein Studio ist dann wie ein kleines Gewächshaus, dass sich noch zusätzlich aufheizt. An manchen Tagen haben wir ja auch mit Maske gearbeitet, da bin ich schon ein bisschen ins Schwitzen gekommen.

Ansonsten war das Projekt eigentlich ein großes Vergnügen. Herausforderung klingt direkt so negativ. Die ganze Freiheit, die wir hatten, ist etwas sehr Positives. Ich unterteile das Fotografieren in „richtige Arbeit“ und „Vergnügen“. Die Pâtisserie fällt definitiv in die letzte Kategorie.

Ich bin jetzt seit fast 20 Jahren Fotografin und habe mit sehr vielen Auftraggebern zu tun. Da hat man immer schon im Hinterkopf, was der Kunde denkt, was er braucht oder was ihm gefallen könnte. Das ist normalerweise auch gut, weil man dann zumeist nicht direkt daneben liegt. Aber manchmal bleiben die eigenen Vorstellungen vom Bild dadurch auf der Strecke. 

Das war hier so gar nicht der Fall, ich konnte ganz frei in alle Richtungen denken, auch wenn ich mich manchmal dabei ertappt habe, wie ich mit diesem Filter im Kopf angefangen habe.

Ich ordne gerne die Dinge auf meinen Fotos. Ich mag das, wenn sich da plötzlich eine Linie ergibt, die an anderer Stelle wieder durchbrochen wird – Bilder, die ich so konzeptionieren und bauen kann, wie das meinem ästhetischen Empfinden entspricht.

Mein Lieblingsmotiv sind die Canéles, da habe ich diese Reihung und Ordnung auf die Spitze getrieben. Die sind gleichzeitig auch mein liebstes Gebäck, weil sie das Beste aus der Oberpfalz und Frankreich zusammenbringen. Sie erinnern mich zu gleichen Teilen an zuhause, an Fettgebäck aus der Oberpfalz, aber auch an Fernweh und Reisen.

Jennifer Braun ist gelernte Werbefotografin und studierte Kommunikationsdesignerin. Sie entschied sich für das Metier, weil sie nicht zeichnen konnte, wohl aber die Bilder gestalten wollte. Sie fotografiert mehrheitlich digital, auch wenn sie gelegentlich mit der Hasselblad die Grenzen und Möglichkeiten analoger Foodfotografie austestet.

Hier gehts zum Projekt: https://www.startnext.com/la-france-en-patisserie