Tag Archives: Bier

ethnografische notizen 244: foodcamp cologne 02

1 Sep
Food Camp Cologne im Marieneck, 08/2018

Food Camp Cologne im Marieneck, 08/2018

E-Mail an die Teilnehmer*innen (28.08.2018)

Liebe Food Camper,

noch zwei Tage und es geht los! Vorab noch ein paar Worte zum gemeinsamen Kochen am Freitag: In den kommenden Tagen werden wir uns mit der Annahme beschäftigen, dass Köln mehr zu bieten hat als die Brauhauskarte bietet. Trotzdem sollen die kölschen Klassiker nicht fehlen. Wir haben daher Warenkörbe zusammengestellt, mit denen man theoretisch ganz traditionelle Gerichte wie Rievkoche, Himmel un Äd oder Prummetaat kochen KÖNNTE. Die Herausforderung wird aber sein, diese kölschen Signature Dishes auf ein neues Niveau zu heben. Und da seid ihr alle gefragt. (…) Alles kann, nichts muss. Hauptsache wir sind mit Spaß bei der Sache. Weiterlesen

ethnografische notizen 123: feste feiern

31 Dez
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen ... Köln, Dezember 2015

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen … Köln, Dezember 2015

Am 21. August 2015 tranken Freund D. und ich ein Bier auf einem Jahrmarkt, den man anlässlich der Reit-EM auf dem Aachener Katschhof installiert hatte. Das ist an und für sich ja nichts besonderes. Bemerkenswert ist hingegen die Tatsache, dass wir uns a) im Umfeld der Reiterspiele befanden (wo ich mich nicht im allergeringsten für Pferdesport erwärmen kann) und wir b) Bitburger tranken (was ich im wahren Leben für gewöhnlich erfolgreich zu vermeiden weiß). Weiterlesen

ethnografische notizen 114: foodcamp oberpfalz (6/9) – hopfen

17 Nov
Obergäriges in der Versuchsbrauerei St. Johann, November 2015

Obergäriges in der Versuchsbrauerei St. Johann, November 2015

Besichtigung Schneider Weisse in Kelheim. Die Gruppe ist übernächtigt und ein wenig verkatert. „Wir schau’n uns die Produktion an“, sagt der junge Mann, der uns herumführen wird. Wir reagieren verhalten enthusiastisch. „Heute bin ich froh, dass ich nur probieren und nicht trinken muss“, sagt ein Kollege Weiterlesen

ethnografische notizen 111: foodcamp oberpfalz (2/9) – zoigl

15 Nov

„Was ist typisch für die Region?“ ist die Frage, die ich mir für die kommenden Tage in den Kopf gesetzt habe. Den Terroir-Gedanken möchte ich ausreizen – hier im östlichen Winkel Bayerns, von dem ich bislang nur das Oberzentrum Regensburg kenne. Gibt es eine spürbare Verbindung zwischen dem Ort, an dem wir uns befinden und dem Essen, das wir vor uns auf dem Teller haben? Was sind die Bindeglieder der Kette aus Landschaft, Menschen, Traditionen, Produkten, Gerichten und Geschmack? Weiterlesen

ethnografische notizen 109: #nohogesa

31 Okt
Restaurant in Köln-Deutz, 25.10.2015

Restaurant in Köln-Deutz, 25.10.2015

Während der rechtsradikale Pöbel sich auf dem Barmer Platz einfindet, sammeln sich die Gegendemonstranten auf der anderen Rheinseite. Der Heumarkt ist voll. „Ungewohnt, so ganz ohne was zu trinken“, sage ich. Normalerweise haben wir an diesem Ort ein Getränk in der Hand, ein Bier am CSD zum Beispiel, einen Grauburgunder auf dem Weinfest oder einen Aperitiv beim Diner en Blanc. Heute aber geht es mal nicht ums Trinken, sondern um mehr – um ein Zeichen gegen Intoleranz und Rassismus. Deshalb stehen die Leute auf dem Heumarkt im einsetzenden Regen – ganz ohne Bier in der Hand. Eine knappe Stunde später ziehen wir über die Brücke Richtung Ottoplatz, vorbei am griechischen Restaurant Oase und am kurdischen Bona’Me. Ein bisschen unwohl ist uns zunächst, geschätzte dreihundert Meter von rund 1.000 gewaltbereiten Rechtsradikalen auf dem Barmer Platz. Die haben, so lesen wir auf Twitter, eineinhalb Stunden lang ziemliche Probleme, 50 Ordner zu benennen, die nicht vorbestraft und nicht alkoholisiert sind. Die rund 10.000 Kölnerinnen und Kölnern auf der anderen Seite des Deutzer Bahnhofs werden nicht kontrolliert, scheinen aber vorerst – trotz Höhner-Auftritt – eher auf Kaffee aus zu sein. Da es immer schwieriger wird, in den Bahnhof hinein zu bekommen, ziehen große Gruppen Richtung Deutzer Freiheit. „Liebe Gäste“, steht auf der Tafel draußen an einem Restaurant auf dem Weg, „wegen der Demo am Barmerplatz bleibt unser Lokal am Sonntag, den 25.10.2015 geschlossen!“ Nachdem im letzten Jahr noch nach den Krawallen eine Bäckerei in der Innenstadt geplündert wurde, geht man in diesem Jahr auf Nummer Sicher. Zumindest im Steakhouse. Vor der Tchibo-Filiale und dem Backwerk stehen hingegen lange Schlangen. Wir gehen ein paar Meter weiter zur Deutzer Filiale der Bäckerei Hütten. Die Demonstranten vermischen sich mit dem regulärem Sonntagspublikum, das hier seinen Kuchen holen kommt. Wir essen ein Frikadellenbrötchen, Muzen, Mandelhörnchen und Apfelkuchen. Dazu gibt es Kaffee auf der Straße. Zurück am Ottoplatz positionieren wir uns an der Seite vor der Cantina Mexicana. Wir beschließen, dass es Zeit für ein Getränk ist. Auch die Cantina steigert heute ihren Jahresumsatz. „Einen Cappuccino bitte“, sagt die Frau vor uns zur Servicekraft hinter der Theke. Die schüttelt den Kopf. „Haben wir nicht.“ „Ach dann“, sagt die Kundin, „dann nehme ich eben einen Rotwein.“ Draußen auf der Bühne erzählt Krätzchensänger Ludwig Sebus von Köln nach dem Krieg.