Tag Archives: Belgien

Kas|sen|zet|tel 023

5 Mai

Warum Kas|sen|zet|tel? Hier!

Delhaize, Mons 2016

Delhaize, Mons 2016

Wieder in Belgien. Diesmal auf Dienstreise in Mons. Weil ich meine Zahnpasta vergessen habe, mache ich mich in der Mittagspause auf zum nächstgelegensten Supermarkt. Kalt ist es und nass, obwohl eigentlich Frühling sein sollte und der Kaugummiautomat in der Innenstadt-Filiale des Delhaize ist „en panne“. Weiterlesen

Kas|sen|zet|tel 022

27 Apr

Warum Kas|sen|zet|tel? Hier!

Match, Eupen 2016

Match, Eupen 2016

Vermutlich der Supermarkt, mit dem ich die meisten Erinnerungen verbinde. In meiner Kindheit hieß er Grand Bazar und die gelegentlichen Ausflüge ins knapp 20 Kilometer entfernte Eupen auf der belgischen Seite der Grenze waren immer auchExkursionen in eine sehr exotische Welt. Weiterlesen

Kas|sen|zet|tel 009 – Zwischensumme

30 Jan

Warum Kas|sen|zet|tel? Hier!

Kassenzettel Colruyt und Hilal aus eigener Produktion, Januar 2016

Kassenzettel Colruyt und Hilal aus eigener Produktion, Januar 2016

Weil ich die Läden in meiner Nähe schnell abgegrast habe, schreibe ich mir eine Liste mit Discountern aus anderen Städten und Ländern. So ein Projekt will ja vorbereitet sein. Unter dem Stichwort „Belgien“ stehen dort Delhaize, Match und Carrefour – außerdem ein Supermarkt namens Colruyt. Weiterlesen

miniportion 197: frittierfett

6 Aug
Sprudelndes Gold, Lüttich 2004

Sprudelndes Gold, Lüttich 2004

In Belgien haben Vegetarier es nicht unbedingt leicht. Nicht nur, weil wie in Frankreich trotz existierender fleischloser Gerichte der grundsätzliche Verzicht auf Fleisch und Fisch als bedenklich betrachtete wird. Sondern auch, weil sich hinter scheinbar vegetabilen Spezialitäten überall Produkte tierischen Ursprungs verbergen können. Fritten beispielsweise werden von Belgiern und Belgierinnen, die etwas auf sich halten, im Nierenfett vom Rind frittiert.

Die Frittieranleitung „Petites ou grandes fritures“ aus dem Jahr 1970, die sich dem Stempel im Einband zufolge einmal im Besitz der Lütticher Pattisserie Maison Beer befand, widmet gleich ein ganzes Kapitel der Auswahl des richtigen Frittierfetts. „Certaine graisses déstéarinées, comme le blanc de bœuf,”, heißt es dort, „ne communiquent ni goût, ni odeur aux ingrédients frits.” Hier auf der deutschen Seite hingegen ist man durchaus der Meinung, dass die unnachahmliche Note der belgischen Fritte gerade in der Auswahl des Fettes begründet liegt. Es mag aber auch an dessen Verwendungsdauer liegen. Jedenfalls finde ich „blanc de bœuf“, also „das Weiße vom Rind“ eine poetischeUmschreibung für etwas, was bei uns auf den unschönen Namen Rindertalg oder gar Unschlitt hört.

Zuhause wurde nur pflanzlich und nur in frühen Jahren frittiert. Später wurden Pommes frites und Kroketten als potenziell ungesund eingestuft und kehrten erst im Verlauf der 1980er Jahre in der fettarmen Backofenversion zurück. Ich erinnere mich aber an Stangen aus Kokosfett im Kühlschrank, die aussahen wie große Blöcke weißer Schokolade. Die Friteuse (Modell Topf mit Deckel) stand für gewöhnlich hintendurch im Spind. Einmal, so erzählt meine Mutter gerne, sei ich Sonntagsmittags auf den Deckel gestiegen, um an etwas höherlagerndes zu gelangen. Ich sei eingebrochen und mit dem lauwarmen Fett an den Füßen quer durch die Wohnung gelaufen. Nie wieder hatte ich so eine weiche Haut.

miniportion 171: macaron

11 Jul
Himbeer oder Schokolade, Saint-Malo 2011

Himbeer oder Schokolade, Saint-Malo 2011

Immer, wenn im Büro das Gespräch auf Macarons kommt – und geringfügig häufig wird bei uns über Essen gesprochen – dann gibt es zwei Kollegen, die betonen, diese seien ja sehr einfach herzustellen und sie würden mir bei Gelegenheit mal das richtige, das echte, das einzig wahre Backbuch mitbringen. Beiden übrigens traue ich perfekte, wunderschöne und schmackhafte Macarons zu, und dennoch habe ich weder Rezept noch Original je zu Gesicht bekommen. Aber vielleicht darf man unter Kollegen ja auch bestimmte Dinge nur anfeaturen, wie das auf neudeutsch heißt. Gewissermaßen um die Spannung hoch zu halten. Aber ich komme noch dahinter, das verspreche ich Euch!

Als Bewohner eines ehemaligen Zollgrenzbezirks habe ich es bei der Beschaffung dieses hübschen pastellfarbigen Trendgebäcks aus Mandelmehl, Zucker und Eiweiß ja ohnehin vergleichsweise einfach. Seit einigen Jahren nämlich gibt es nicht nur deutsche Hard-Discount-Supermärkte im benachbarten Belgien, sondern auch diverse Filialen gewiefter belgischer Konditoren oder Pâtissiers auf der Grenze oder sogar in Deutschland. Und die Besonderheit belgischer Koch- und Backkunst liegt ja bekanntlich in der frankophilen Raffinesse bei gleichzeitiger Vorliebe für Handfestes und Deftiges. Ein Befund, der sich übrigens auch durch die meisten kulturellen Produktionen unserer Nachbarn zieht.

Obwohl ich dem größten Macaron ever vor einem Jahr in Frankreich begegnete. Denn obwohl es den Doppelkeks de luxe schon seit dem Mittelalter gibt, erfreut er sich auch dort einer zunehmenden Beliebtheit und rezent auch diversen exotischen Variationen in Form, Geschmack und Temperatur. Und so begab es sich, dass mein Mann sich an einem verschlafenen Sonntagmittag in der Fußgängerzone von Reims einen Macaron Magnum kaufte, der ungefähr die Größe eines Handtellers hatte. Wenn da der Pâtissier nicht mal einen Ausflug nach Belgien gemacht hat.