danmark #003 – kaffee

28 Jun
Dänischer Klassiker (unten), Århus 2016

Dänischer Klassiker (unten), Århus 2016

In der Wohnung in Århus gibt es keinen Fernseher. Das bekommen wir jedoch angesichts der laufenden EM noch mit dem Laptop überbrückt. Die fehlenden Utensilien zur Herstellung von Kaffee stellen uns jedoch vor ganz andere Herausforderungen. In den Küchenschränken finden wir diverse Teekannen und -tassen, aber weder Kaffeemaschine, Espressokanne oder die in Skandinavien eigentlich allgegenwärtige „stempelkanne“, die bei uns kurioserweise „frenchpress“ genannt wird. „Macht nichts“, sage ich, „morgen früh hole ich uns Kaffee beim Bäcker nebenan und dann kaufen wir in einem Second-Hand-Laden eine Stempelkanne.“

Als ich am nächsten Morgen wieder in die Wohnung komme schaut P. mich erwartungsvoll an. „Drei morgenkager“, sage ich, „zwei Teilchen mit Pudding und eine Zimtschnecke.“ „Und der Kaffee?“, werde ich gefragt. Ach ja, der Kaffee. Zurück in der Bäckerei zeigt mir der marokkanische oder türkische Verkäufer eine Glaskanne, in der sich nur noch ein Rest Filterkaffee befindet. „Besser du nimmst den aus der Maschine“, sagt er, „der schmeckt auch besser.“ Dem kann ich leider nur bedingt zustimmen. Zumal ich – weil „Café creme“ hier nicht Schaum bedeutet –auch noch Milchkaffee trinken muss. Der wäre aber auch ohne kein besonderer Genuss gewesen.

Hygienebeutel für weiteren Dänischen Klassiker, Århus 2016

Hygienebeutel für weiteren Dänischen Klassiker, Århus 2016

Im ersten Second Hand-Laden kirchlicher Provenienz gibt es nahezu ausschließlich Bekleidung. Eine stämmige Frau beäugt uns misstrauisch und verschwindet dann mit einem Teller mit Kuchen und Sahne in die eher spelunkenhafte „Annelises Bar“ nebenan. Das zweite Geschäft riecht wie das erste. Die Bedienung, eine graue ältere Dame grüßt mich freundlich, kann mir bei der Lösung des Kaffeeproblems aber auch nicht weiterhelfen. Wir verlegen unsere Strategie auf die regulären Kaufhäuser der Stadt, die allesamt einen stattlichen Vorrat an Originalkannen der Firma Bodum vorweisen können. Leider ist der an die charakteristischen Türme des Loire-Schlosses „Chambord“ erinnernde Klassiker in der passenden Größe nicht unter umgerechnet 50 Euro zu bekommen. Dann lieber doch die Slow brew-Kaffeefilterkanne „Theo“ des ebenfalls klassisch dänischen Herstellers Stelton, deren glasiertes Steinzeug laut Beschreibung „rauh und elegant zugleich“ erscheint. Rauh oder elegant, hin oder her, Hauptsache Kaffee!

Kaffee – dänische Portion, Århus 2016

Kaffee – dänische Portion, Århus 2016

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