#isswas 003 – lieferservice

17 Jun

Das Haus der Geschichte in Bonn beschäftigt sich in einer Wechselausstellung mit dem Titel „Is(s) was?!“ mit der Geschichte von Essen und Trinken in Deutschland. Im Rahmen der sogenannten IssWas-Woche (15. bis 21. Juni)  sind Hobby-Köch/innen und Profis, Foodies und Gelegenheits-Gourmets eingeladen, ihre Bilder, Anekdoten und Rezepte auf den Social-Media-Portalen des Museums zu teilen. Im Rahmen eines Tweetups am 22. Juni um 12.00 werde ich vor Ort in der Ausstellung die schönsten, lustigsten und skurrilsten Beiträge präsentieren und zur Diskussion stellen.

Jeden Tag stellen wir auf Facebook & Twitter eine andere Frage – heute:

Was kommt heute bei Euch auf den Tisch?

Scholeh-sard – Persischer Reispudding, Aachen 2014

Scholeh-sard – Persischer Reispudding, Aachen 2014

Der persische Imbiss mit dem italienisch klingenden Namen, der uns bisweilen das Mittagessen ins Büro bringt, nimmt das mit dem Lieferservice und der Sicherheit seiner Kunden und Kundinnen sehr ernst. Letzte Woche dachte ich nämlich, dass es vielleicht einfacher wäre, wenn ich kurz vorbeischauen würde, um das mit der Bestellung zu klären. Außerdem musste ich eh noch zur Bank. Denn während die persischen Gerichte bei „La Crossini“ immerhin noch ein Eckchen des Flyers bekommen haben, gibt es für die persisch-vegetarischen Gerichte, die uns so glücklich machen, nur den Hinweis: „Bitte nachfragen!“. Das erwies sich, zumindest am Telefon, aber in der Vergangenheit als ein wenig kompliziert. Im Wesentlichen gibt es nämlich zwei vegetarische Gerichte, einmal Reis mit sehr viel Dill und grünen Bohnen und einmal ganz gewöhnlicher Reis. Zum einen gehört Kräutersoße und braunen Bohnen, zum anderen ein sehr dicker Joghurt mit Kräutern. Was wozu bleibt aber unbekannt. Um die richtige Kombination zu finden und um den persönlichen Kontakt zu unserem liebsten Lieferservice zu pflegen, radelte ich also los.

Nun muss man wissen, dass das Imbiss-Team aus drei Personen besteht, die ich als Vater, Mutter und Sohn identifizieren würde. Der Vater trägt einen prachtvoll gezwirbelten Schnurrbart und kalligrafierte meine Bestellungen auf persisch auf einen kleinen Zettel. Sein Sohn und Chef befand sich gerade bei der Zubereitung einer der mexikanischen Spezialitäten des Lokals, während die Mutter zur Abrechnung aufgrund ihrer geringen Körpergröße wie immer ein kleines Treppchen bestieg, um die Registrierkasse zu bedienen. Als ich von der Bank zurückkam, schauten alle drei zunächst die schwarze Styroporbox mit dem wartenden Essen und dann mich erwartungsvoll an. Wo denn mein Auto sei? „Mit dem Fahrrad kommt nicht in Frage“, sagte der Vater ein wenig streng, „das ist viel zu gefährlich. Wir liefern!“

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