miniportion 347: mojo

28 Jan
Kanarische Salzkartoffeln mit Mojo (hinten links), Playa del Ingles 2010

Kanarische Salzkartoffeln mit Mojo (hinten links), Playa del Ingles 2010

Meine frisch aus dem Urlaub auf Fuerteventura zurückgekehrte Kollegin Z. erzählt mir, dass es dort zwischen 08:30 und 22:00 immer etwas zu essen gegeben habe und dass ihr deshalb die Rückkehr ins Büro – wo allenfalls um 12:30 und keinesfalls im Buffetform gegessen wird – sehr schwer falle. Hinzu komme, dass sie sie sich nun 14 Tage lang daran gewöhnt habe, zu allem und jedem Mojo, eine scharfe, originär kanarische Soße zu essen.

„Mojo“ ist – manche Dinge sind bestechend einfach – das spanische Wort für „Soße“. Die Etymologie des Ausdrucks „mojito“ für einen aus Rum, Limette und Minze bestehenden  kubanischen Longdrinks (um diese Kurve direkt mit zu nehmen) ist nicht vollständig geklärt, hat aber  vermutlich ebenfalls mit dem spanischen „mojar“ zu tun, das als Verb „nassmachen“ bedeutet. An „mojo“ habe ich selber ganz sentimentale Erinnerungen, ging doch unsere erste gemeinsame Urlaubsreise und meine allererste Pauschalreise nach Maspalomas, Gran Canaria, in eine hübsche Gartenanlage unweit des Justus-Frantz-Pflanzprojektes. Und ich verspreche der Kollegin, ihr ein Rezept für ebenjene Soße mitzubringen (die Anleitung zur Herstellung eines Mojito scheint sie mir bestens zu kennen).

So hat meine oft belächelte Angewohnheit an jedem Urlaubsort nach einem lokalen Kochbuch zu suchen nun doch etwas Gutes. In „Canarias – Cocina tradicional“ finden sich denn neben diversen Salsa-Rezepten gleich zehn Rezepte unter dem Stichwort „Mojo“. Die beiden wichtigsten scheinen mir „Mojo bravo, picón o colorado“ und „Mojo verde con cilantro“. Erstere rot und mit Kreuzkümmel, Knoblauch und geräuchertem Paprika, letztere mit Knoblauch, Brühe und vor allem Koriander. Auch die grüne Soße wird zu in Salzwasser gekochten kleinen Kartoffeln gereicht, aber nur für die rote gilt: „Por su antigüedad, popularidad y aceptación, es el rey de los mojos canarios.“ Die Königin der Soßen eben.

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