miniportion 324: gummibär

20 Dez
Mundgeblasener Gummibär, Köln 2013

Mundgeblasener Gummibär, Köln 2013

Erzählte ich bereits, dass es auf der Herrentoilette unseres Büroflügels manchmal sehr intensiv nach Obst riecht? Eine Weile verdächtigte ich den einen oder anderen Kollegen eines doch recht extravaganten Aftershaves. Die sind heute nicht mehr so aktuell, aber es gab mal eine Zeit in der gewisse Männer mit „A*men“ von Thierry Mugler ziemlich genau rochen, wie die mit Schokolade überzogenen Fruchtspieße, die man auf dem Jahrmarkt kaufen kann. Aber das will ich hier nicht vertiefen. Die Ursache des olfaktorischen Fruchstaus auf dem Männerklo ist eine ziemlich große und deutschlandweit bekannte Marmeladenfabrik ein paar hundert Meter weiter. Je nach Produktionszyklus riecht es dann Erdbeeren oder nach Aprikosen, weitere Obstsorten habe ich bislang nicht identifizieren können. Aber immer, wenn es nach Erdbeeren riecht, denke ich „rot“, bei Aprikosen hingegen an ein helles „orange“. Zu mehr synästhetischen Fähigkeiten bringe ich es leider nicht.

Wie die meisten Kinder war ich Gummibärchen sehr zugetan. Nicht nur, weil Kinder Bärchen irgendwie süß finden und gerne auf kleinen Dingen rumkauen, sondern auch, weil man mittels des Fruchtgummis wunderbar Überlegungen über die kausalen Zusammenhänge zwischen Farbe, Geruch und Geschmacksrichtungen anstellen konnte. Laut Hersteller handelt es sich bei Letzteren um Erdbeere, Zitrone, Himbeere, Saftorange, Ananas und Apfel. Grüner Apfel und gelbe Zitrone leuchteten mir ein, den farblichen Unterschied zwischen Erd- und Himbeere fand ich zwar problematisch aber lediglich für die angegilbte Farbe der Ananas hatte ich kein Verständnis.

Seit irgendwann einmal „gummybears“ als mein „favorite candy“ identifiziert wurden, gehören sie zum festen Repertoire des Weihnachtspakets, dass ich seit nunmehr 20 Jahren von meiner amerikanischen Gastfamilie geschenkt bekomme. In den Staaten sind Gummibärchen allerdings ziemlich weich, ziemlich bunt und riechen allesamt wie diese Fruchtspieße auf dem Jahrmarkt.

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