miniportion 304: lambrusco

26 Nov
Große Weine aus Italien, Köln 2013

Große Weine aus Italien, Köln 2013

Bei Lambrusco denke ich an zerknitterte Interrailkarte-Tickets, an abgenutzte grün-graue Parkas und an speckige Reiseführer mit herausgerissenen Seiten. Dabei handelt es sich allerdings um Erinnerungen aus zweiter Hand, denn als ich soweit gewesen wäre, war es eigentlich schon mehr oder weniger vorbei mit den studentikosen Eisenbahnreisen. Wäre ich aber ein paar Jahre älter, wäre ich sicherlich auch einmal in einem abgenutzten grün-grauen Parka, mit einem speckigen Reiseführer in der Hand mit den Zug gen Italien gefahren. Dort hätte ich unter freiem Himmel, möglicherweise im Rahmen einer romantischen Übernachtung auf einer Parkbank, sicherlich auch eine Menge Lambrusco aus der Flasche getrunken. So aber schaffte es diese regionale Spezialität aus der Emilia-Romagna nie dauerhaft auf meine ganz persönliche Getränkekarte. Meine Erinnerungen beschränken sich somit auf einen Urlaub, den ich einmal mit einem Großteil der väterlichen Familie in der Nähe von Rom verbrachte. Dort verzehrten meine Tanten und ich neben zwei warmen Hauptmahlzeiten am Tag des abends das eine oder andere Glas vino frizzante. Ein Wort, das ich damals sehr lustig fand. Allerdings übernachtete ich nicht auf einer Bank sondern in einer, von hübschen Parkanlagen umgebenen, klassizistischen Villa.

Auf Wikipedia findet sich folgende Lambrusco-Umschreibung. „Die Weine werden sowohl trocken als auch lieblich ausgebaut und in großen Mengen exportiert.“ Letzteres kann man unüberlegt bestätigen, wenn man einmal die regulären Lambrusco -Vorräte in einem ordentlich sortierten Supermarkt betrachtet. Bei gleicher Analysemethode kommt man jedoch nicht umhin, den ersten Teil des Lexikon-Eintrags zu bezweifeln – eines Wissens wurde ein trockener Lambrusco nördlich der Alpen noch nie gesehen. Weiter heißt es im Internet: „Ein Lambrusco sollte jung getrunken werden.“ Das wiederum ist eine Aufgabe, die einfach zu erledigen ist.

3 Antworten to “miniportion 304: lambrusco”

  1. giftigeblonde 28. November 2013 um 19:38 #

    Lambrusco erinnert mich an vergangene Italienurlaube!
    Wir waren so vor ca. 10 Jahren immer da, solange die Kinder noch mit Sand spielen wollten.
    Zu den abendlichen Genüssen gehörte dieser süße Wein dazu, frisch gekauft von den Bauern in der Umgebung, die das Zeugs aus Fässern verkauften.
    Über die Qualität desselben wage ich nicht auszusagen, hin und wieder hatte jemand Kopfweh aus unserer Truppe 😉

  2. johannesarens 29. November 2013 um 20:46 #

    Kopfweh gehört dazu – wenn’s vorher schön war!

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