miniportion 281: käsefondue

2 Nov
Käsefondue – geruchsneutral und arbeitssparend, Mützenich 2013

Käsefondue – geruchsneutral und arbeitssparend, Mützenich 2013

Konventionelles Fondue, also solches bei dem Fleischstücke mittels langer Metallgabeln in einem Topf mit heißem Fett gegart werden, sei zwar irgendwie ganz lecker, aber mache auch viel Arbeit und danach stinke das ganze Haus nach Fett. So lautete das noch stets geltende Diktum in meiner Familie. Da kam man nicht gegen an, auch nicht mit der Argumentation, dass ich selbst bei dem einem Mal, an dem in unserem Haushalt ein Abend mit konventionellem Fondue veranstaltet worden sei, viel zu jung gewesen sei, ich mich deshalb nicht erinnern könne und mir deshalb die Möglichkeit, ein eigenes Urteil zu fällen unrechtmäßig vorenthalten werde.

Nun ist es nicht so, als hätte es nie Fondue gegeben. Schokoladenfondue, also an langen Metallgabeln in eine heiße Schokoladen-Sahnemischung getauchte Fruchtstücke, gehörte jahrzehntelang zum festen Repertoire der beiden Kindergeburtstage im Januar. Und auch Käsefondue erfreute sich einer gewissen Beliebtheit, wenn auch meine Mutter, seit sie sich im schwangeren Zustand einmal nach einer heiteren Fondue-Soiree im Hause meiner Großmutter übergeben musste, nur noch am Rande daran teilnahm. Trotz dieser Begebenheit blieben in geschmolzenen Greyerzer Käse getauchte Weißbrotwürfel toleriert. Vermutlich weil das Gericht sowohl geruchsneutral als auch, in der bevorzugten Fertigversion im Pappkarton, wenig arbeitsintensiv ist.

Im Jahr 2001 kam auch ich dann endlich erstmals in den Genuss eines konventionellen Fondues – im Rahmen einer von den Freunden R. und F. in Amsterdam am Silvesterabend veranstalteten größeren Gesellschaft. Gespart wurde nicht und neben Käsefondue gab es auch mehrere Rechauds mit heißem Fett, in denen kleingeschnittenes Huhn, Schwein, Rind und sogar Strauß gegart wurde. Als ich jedoch am nächsten Morgen im befreundeten Gästezimmer erwachte und einen leichten aber deutlichen Fettgeruch wahrnahm, musste ich allerdings, einmal mehr im Leben, meinen Eltern recht geben.

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