miniportion 274: kürbissuppe

26 Okt
Kürbis für an die Wand, Berlin 2009

Kürbis für an die Wand, Berlin 2009

In Neukölln gab es, nicht weit entfernt von meiner Wohnung, ein kleines indisch-pakistanisch-chinesisches Lebensmittelgeschäft, in dem ich gelegentlich ein paar Dinge kaufte, die ich beim Einkauf im großen Chinaladen um die Ecke von der Arbeit vergessen hatte zu kaufen. Maismehl und Maniok gab es dort, gefrorenen und gepökelten Fisch und auch ein wenig Kleidung, Schmuck und Kosmetik. Einmal interessierte ich mich, zwecks Zubereitung einer Kürbissuppe, für eine Butternut, einen sogenannten Moschuskürbis. Butternut finde ich praktisch, weil man aufgrund der länglichen Form auch singleküchengerechte Stücke mit nur geringer Schnittfläche abschneiden kann, ohne gleich ein ganzes Kilo Kürbis verarbeiten zu müssen. Jenes Interesse meinerseits am Butternut im indisch-pakistanisch-chinesischen Supermarkt jedoch erweckte seinerseits das Interesse eines sehr freundlichen ghanaischen Herrn im Laden, der mich ganz begeistert fragte, was ich denn mit diesem, in seiner Heimat sehr beliebten Gemüse anfangen wolle um mir daraufhin wortreich zu erklären, wie man aus der sorgsam ausgehüllten Schale einen großen Löffel herstellen könne. So kann man schon mit kleinen Dingen anderen Menschen eine Freude machen.

Früher waren Kürbisse, da wo ich herkomme, eine Seltenheit. Das lag dieses eine Mal nicht an den angestrengten klimatischen Bedingungen meiner Heimatregion, denn schließlich wuchsen hier auch Zucchini in großen Mengen und gigantischen Formen. Aber Kürbis gab es nur im Feinkostladen und dann auch nur zur Erntezeit. Einmal weckte meine Mutter einen Kürbis süß-sauer ein, ein Experiment von dem noch sehr lang erzählt wurde, welches aber aus mir unbekannten Gründen nie wiederholt wurde. Erst später tauchten die ersten Hokkaidos im Supermarkt auf, die mittlerweile ja nahezu ganz jährig erhältlich sind und Kürbissuppe wurde zu einem festen Bestandteil der trendbewussten Herbstküche.

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