miniportion 225: kokosmakronen

3 Sep

Pfauenaugenkokosmakronenvariation, Köln 2013Dieser Eintrag wird schon allein aus sprachlicher Sicht ein komplizierter werden, das kann ich schon an dieser Stelle versprechen. Denn hierzulande bezeichnet eine Makrone im allgemeinen Sprachgebrauch ein sogenanntes Dauergebäck, welches aus einer dressierfähigen Masse besteht, die mittels einer Spritzvorrichtung vor dem Backen portioniert wird. Im Regelfall beinhaltet das Gebäck kein Mehl, sondern Eiweiß, Zucker und mehr oder weniger fein vermahlenen Samen von Ölfrüchten. Bei den hiesigen handelsüblichen Makronen handelt es sich dabei zumeist um Kokosmakronen, um genau zu sein. Kokosmakronen gehören in Deutschland manchmal zum Weihnachtsgebäck – nämlich dann, wenn man sie selber herstellt. Wer Kokosmakronen lieber kauft, kann dies eigentlich auch bei uns das ganze Jahr über tun. Im Supermarkt beispielsweise oder auch beim Bäcker. Dort ist die Masse meist aber zu einem größeren Häufchen dressiert, in dessen Mitte sich eine kleinere Menge rote, fruchtige Masse befindet, die entfernt an Marmelade erinnern kann, aber nicht muss.

In Frankreich heißen Makronen „macarons“, was erst einmal nicht weiter verwunderlich ist, weil das ja durchaus ähnlich klingt. Man bekommt sie, beispielsweise im Elsass, an jeder Straßenecke, an denen man von freundlichen Makronenfachverkäuferinnen zur Verkostung aufgefordert wird. Es gibt sie auch dort in der Kokosvariante, aber auch mit Schokolade, Himbeer- oder Orangenaroma. Damit sind sie aber in der wunderbaren Welt der französischen Patisserie nicht wirklich alleine, denn dort nennt man auch die hübschen pastellfarbenen Modekekse aus feinem Mandelmehl mit Frucht- oder Cremefüllung „macaron“ – ohne das rein sprachlich ein Unterschied zu erkennen wäre. Dieser Zustand hätte mich als Kind mit meinem bereits mehrfach geschilderten Hang zur klaren Kategorisierung von Lebensmitteln vor ein Dilemma gestellt – heute hingegen esse ich einfach alles was kommt.

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