miniportion 214: weintrauben

24 Aug
Weintrauben – solche zum Essen, Wissembourg 2013

Weintrauben – solche zum Essen, Wissembourg 2013

Filme über Hochzeitsfeiern haben meist sehr typische Handlungsstränge. Bräutigame, die zu spät kommen, Hochzeitstorten, die aus verschiedensten Gründen zerdrückt werden oder entfernte Verwandtschaft, die nach der Vorspeise beginnt, sich daneben zu benehmen. Bei meiner eigenen Hochzeit war lediglich die am Vortag selbstgekochte Hühnersuppe aufgrund der gewittrigen Großwetterlage umgekippt. Aber das war nicht besonders spielfilmreif und gehört nicht hierher. Die meisten der genannten Komödien vergisst man direkt im Anschluss sowieso wieder. Einmal sah ich einen Film, bei dem ich mich weder an Titel noch an mitwirkende Schauspieler und -innen erinnern kann. Das einzige, was mir im Gedächtnis geblieben ist, ist eine Traubenschere, die das junge Paar geschenkt bekommt – eine für den passenden Schnitt bei Tisch, nicht für die Gartenarbeit.

Ein Werkzeug also, welches eigentlich gut in meine Sammlung ausgefallenen Küchenbedarfs passen würde, dass aber vermutlich aufgrund einer gewissen Exklusivität meine Preisobergrenze sprengen würde. Bislang kam ich aber auch ohne aus. Zumal ich nur im Sommer Weintrauben esse, wenn diese aus Italien, Spanien oder Griechenland und nicht aus Übersee kommen.

Als Kind war es einmal ein großer Wunsch von mir, Weintrauben einmal direkt aus dem Weinberg essen zu können. Ein Bedürfnis, dem meine Eltern bei einer Urlaubsreise durch das Burgund nachkamen. Mein Vater parkte den Wagen am Straßenrand und wir Kinder liefen aufgeregt zwischen den Rebstöcken herum, an denen kleine, fast schwarze Trauben hingen. Die pittoreske Szene fand allerdings ein schnelles Ende, weil das Obst a) nicht reif und b) nicht für den Verzehr, sondern für die Weinproduktion gedacht war. Mal ganz abgesehen von den größeren Mengen Pestiziden, die wir vermutlich zu uns nahmen – aber daran verschwendete man Ende der 1970er Jahre noch keinen Gedanken. Seitdem aber warte ich geduldig, bis der Winzer sein Werk getan hat.

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