miniportion 074: bienenhonig

5 Apr
Flotte Biene „old school“ in Troyes/Frankreich, 2012

Flotte Biene „old school“ in Troyes/Frankreich, 2012

In meiner Sammlung befindet sich ein altes Honigglas, in dem meine Großmutter mütterlicherseits einst Perlen und anderen Handarbeitskram aufbewahrte. Ein sehr schlichtes, farbloses Glas mit einem Schraubdeckel aus Metall in Wabenstruktur. Durch die gerade Form des Behältnisses, könnte man es (wenn man statt dem enthaltenen Nippes wieder Honig einfüllen würde) mühelos bis auf den letzten Rest leeren. Eine Eigenschaft, die man den meisten Marmeladen- und Nußnougatcremegläsern nicht zusprechen kann. Da muss man sich mit kleinen und kleinsten Löffelchen mühen, um das Glas wenigstens annähernd leer aussehen zu lassen und ist danach meist auch noch total verschmiert. Profitieren die Produzenten eigentlich wirklich davon, wenn sie die Kunden zwingen, möglichst viel Produkt in verstecken Ecken und hinter unnötigen Wülsten zurückzulassen? Oder ist dieses Ärgernis lediglich auf die Unkenntnis der Verpackungsdesigner zurückzuführen, die ein möglichst schönes Marmeladenglas entwerfen wollen und sich weder von Fabrikanten noch von erbosten Kunden und Kundinnen in ihre ästhetischen Prinzipien hineinreden lassen wollen?

Die Honigindustrie trägt dem Wunsch nach Nachhaltigkeit und restloser Ausbeute des gekauften Produktes ja schon seit Jahren in Form von auf dem Kopf stehenden, tropffreien Honigspendern Rechnung. Auf der anderen Seite sind genau die ein sicheres Anzeichen für einen mittelmäßigen, industriell verschnittenen Honig.  Bleibt also das Standardhonigglas vom Imker um die Ecke, das sich bis auf den Plastikdeckel kaum verändert hat. Dies sei über den Imkereifachhandel durchaus günstig zu beziehen, erklärte mir dereinst Imker N., den ich in Berlin-L. besuchte, um mir seine häusliche Honigproduktion erläutern zu lassen. Persönlich, so überraschte er mich anschließend, esse er eigentlich gar nicht so gerne Honig. Es sei vielmehr die Biene selbst, die die Faszination ausmache. So sind sie, die Biologen.

3 Antworten to “miniportion 074: bienenhonig”

  1. giftigeblonde 5. April 2013 um 11:52 #

    Diese flotte Biene hätte ich allzugern hier, so ein hübsches Stück!

    • johannesarens 5. April 2013 um 15:12 #

      Sie wohnt in einer ebensohübschen Pension einer reizenden 90-jährigen Dame in Troyes, Frankreich.

      • giftigeblonde 5. April 2013 um 15:13 #

        DAS kann ich mir vorstellen dass das eine reizende Dame ist, die so ein nettes Bienchen hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: