miniportion 007: bratenthermometer

28 Jan
Ein intimer Blick in meine unaufgeräumte Küchenschublade, Aachen 2013

Ein intimer Blick in meine unaufgeräumte Küchenschublade, Aachen 2013

In der Kolumne „Braucht man das?“ dachte die Süddeutsche Zeitung am Wochenende darüber nach, ob ein Braten-Thermometer wohl zur Ausstattung einer guten Küche gehöre. „Das Gourmet-Thermometer“, so heißt es launig im Artikel, „eben noch ein neumodischer Firlefanz, ist inzwischen, so das Ergebnis einer repräsentativen Stichprobe, zum unentbehrlichen Accessoire vor allem des männlichen Küchenvorstands avanciert […]“ Da fällt mir wieder ein, warum ich ein solches Bratenthermometer besitze. Das ist nicht wirklich neumodisch, weil ganz solide aus Edelstahl, analog und zum Preis von € 9,95. Männlich ist es auch nicht, denn zum Kauf angeregt wurde ich nicht etwa bei der Lektüre des Herrenkochmagazins „Beef“ sondern beim Kochen unter Aufsicht der Grand Dame der transatlantischen kulinarischen Völkerverständigung, Julia Child. In der Einleitung zum Kapitel „Lamm“ (wir sprechen hier nicht von einem Kochbuch, sondern von „Mastering the Art of French Cooking, einer umfassenden Einweisung in eine erfolgreiche kulinarische Existenz) schreibt sie 1961, dass der Franzose seine Lammkeule am liebsten “frankly rare, rosy und juicy“ mag. „Reset oven for 350 degrees“, heißt es ein paar Seiten weiter, „insert a meat thermometer into the fleshiest part of the lamb.“

Was man wirklich braucht, sind klare Anweisungen!

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