ethnografische notizen 025a: entrecôte mit gebratenen semmelknödeln und koriander-hollandaise

15 Feb

Entrecôte mit gebratenen Semmelknödeln und Koriander-Hollandaise

„Am ehesten vielleicht steak frites“, antwortet mir Karl-Heinz Lambertz, der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, auf meine Frage, worauf er denn am ehesten Lust habe, wenn er von einem Auslandsaufenthalt nach Belgien zurückkehre.

„Allez“, denke ich, „das soll es heute abend auch bei mir sein!“ Und weil ich am Eupener Busbahnhof noch eine halbe Stunde auf die Linie 14 warten muß, die mich zurück nach Deutschland bringt, widme ich mich nach der Politik in aller Ruhe der benachbarten Delhaize-Filiale. Auch hier in der belgischen Peripherie, in Eupen mit seinen rund 18.000 Einwohnern, ist Belgiens größte Supermarktkette eine Offenbarung. Ich erstehe 254 Gramm Entrecôte aus biologischer Erzeugung und knackig-festen Chicorée, der – frisch aus dem Brabanter Boden gezogen, wie mir das Etikett erzählt, in dieser Qualität nicht zu bekommen ist. Zuhause entscheide ich schweren Herzens auf die frites zum Steak zu verzichten, schneide stattdessen die Semmelknödel vom Vortag in Scheiben und rühre mir fix eine Hollandaise für das mitgebrachte Koriandergrün. Manchmal muss man sich eben was gönnen, wenn man aus dem Ausland zurückkommt.

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